Großbaustelle Innenstadt

RHEINGEFLÜSTER: Unbelehrbare Autofahrer

Agnes Pohrt

Von Agnes Pohrt

Sa, 11. November 2017

Breisach

Mitte Oktober haben die Arbeiten für die Umgestaltung der Breisacher Innenstadt begonnen. Seitdem hat sich der Gutgesellentorplatz in eine Großbaustelle verwandelt. In den nächsten beiden Jahren wird die Baustelle Abschnitt für Abschnitt weiter wandern. Für Autofahrer und Fußgänger hat das nicht nur weitere Wege zur Folge, sie müssen sich auch immer wieder an neue Verkehrsführungen gewöhnen. So schwer ist das aber gar nicht. Schließlich gibt es ja Schilder, die die Umleitungen erläutern – vorausgesetzt die Autofahrer orientieren sich daran. Das ist leider nicht immer der Fall. Und so wurde im Breisacher Bauausschuss die Überlegung geäußert, dass französische Verkehrsteilnehmer das Schild mit dem "U" (Umleitung) möglicherweise nicht verstehen und man vielleicht noch einen erklärenden Zusatz anbringen sollte. "Nicht nötig", mischte sich Bürgermeisterstellvertreter Lothar Menges ein, der als früherer Chef der Wasserschutzpolizei mit dem Thema bestens bewandert ist. Das Schild sei international und sollte auch französischen Autofahrern geläufig sein. "Wer schaut, kann sich also orientieren", beendete Menges die Diskussion. Mit dem Schauen und Orientieren ist das so eine Sache. Seit über einem Jahr gibt es in der Breisacher Innenstadt den Einbahnring. Das ist etlichen Autofahrern offenbar noch immer nicht aufgefallen. Unbeirrt nutzen sie unerlaubte Schleichwege. Hans-Peter Geppert machte im Bauausschuss mal wieder seinem Ärger Luft. Am sonnigen Samstag hatte sich der CDU-Stadtrat am Marktplatz einen Kaffee gegönnt. In der kurzen Kaffeepause beobachtete er gleich zehn Autofahrer, die über den Marktplatz und weiter durch die Spital- und Ziegelhofgasse stadtauswärts fuhren. Und dann wollte Geppert noch Brötchen kaufen. Doch auf der Rheinuferstraße war kein Durchkommen mehr. Mehrere Busse hätten mitten auf der Straße gestanden, erzählte er sichtlich erzürnt. Zu guter Letzt sei ihm noch ein Autofahrer aufgefallen, der die Jahnstraße als Schleichweg nutzte. Verkehrssünder seien offenbar nur mit Geldbußen zur Räson zu bringen, folgerte Geppert.