Süßigkeiten

Darum dürfen in den USA keine Überraschungseier verkauft werden

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Do, 05. April 2018 um 12:05 Uhr

Panorama

Es ist kein Problem, in den USA ganz legal halbautomatische Sturmgewehre zu erwerben. Überraschungseier hingegen sind seit Jahren verboten. Aus Sicherheitsgründen.

Überraschungseier sind Kult. Vor allem wegen des Spielzeugs, das unter der Schokoladenhülle verborgen ist. Manche reizt das Zusammenbauen (Ikea für Anfänger), echte Sammler hoffen auf wertvolle Figuren. Nur in den USA nicht. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo Hunderttausende gegen Waffen auf die Straße gehen müssen, sind Überraschungseier verboten – weil sie zu gefährlich sind.



Etwa 3,5 Milliarden Ü-Eier verkauft Ferrero laut Deutscher Presse-Agentur jährlich – sie sind ein Verkaufsschlager des italienischen Schoko-Giganten, der auch Nutella herstellt. Die Nuss-Nougat-Crème gibt’s in amerikanischen Läden, für "Kinder Surprise Eggs" müssen Amerikaner nach Kanada fahren. Oder nach Mexiko. Oder nach Europa.

Touristen, die Ü-Eier über den großen Teich bringen, droht eine Geldstrafe. Allein 2011 seien mehr als 60 000 Ü-Eier beschlagnahmt worden, informiert die US-Zollbehörde im Internet. Seit mittlerweile 80 Jahren untersagt ein Gesetz in den USA Süßigkeiten, die nicht essbare Objekte enthalten, weil Kleinkinder sie verschlucken könnten. Auf deutschen Ü-Eiern prangt daher der Hinweis, dass sie für Kinder unter drei Jahren ungeeignet sind. Den Rest dürfen hier die Eltern entscheiden.

Anders in den USA: Dort musste Nestlé 1997 seinen "Magic Ball" vom Markt nehmen, weil er zu gefährlich war. Gegen den Schweizer Schokoball mit Spielzeugfüllung soll damals US-Konkurrent Mars mächtig Stimmung gemacht haben. Keinen Gegenwind bekam Candy Treasure: Die Firma aus New Jersey darf seit 2013 ihr "Choco Treasure" verkaufen. Ein Ei aus Milchschokolade mit einer Plastikkapsel darin, in der Spielzeug steckt. Ferrero bekam die Erlaubnis nicht und hat daher jetzt die Alternative Kinder Joy auf den US-Markt gebracht: zwei Schokoladen-Ei-Hälften. Die eine ist mit Crème gefüllt, die andere mit Spielzeug, beides fein säuberlich getrennt.

Außerdem will Ferrero das US-Süßwarengeschäft von Nestlé kaufen. So schnell geben alte Europäer eben nicht auf.