Moment mal

Einfach mal Danke sagen

Sonja Zellmann

Von Sonja Zellmann

Mo, 09. April 2018 um 00:14 Uhr

Liebe & Familie

Sie begleiten einen ein Leben lang, helfen in den unterschiedlichsten Notlagen, spenden Trostschokolade, bieten willkommene Abwechslung im Arbeitsalltag – ja, man kann sich, wenn nötig, auch durchaus an sie anlehnen. Wie an einen guten Freund. Besser fast. Sie sagen nichts, hören immer zu, und tun sie mal nicht, was man von ihnen will, ertragen sie selbst Schläge mit Gelassenheit. Die Rede ist von den vielen Verkaufsautomaten, die in Bahnhofshallen, Kantinen und an so mancher Hauswand stets geduldig auf uns warten, um uns zu Diensten zu sein. Wie viel Zeit man mit ihnen verbringt! In der Kindheit wurde jedes Zehnpfennigstück zum Kaugummi- oder Flummiautomaten getragen. Später an der Schule, in der Uni, bei der Arbeit: Die Automatenecke – Kaffee, Limo und Salamiweckle – brachte und bringt Struktur in den Tag, hier trifft man sich, hier finden die spannendsten Gespräche statt ("Hat eigentlich schon mal jemand die Gemüsebrühe getestet?"). Wie oft haben die netten Maschinen Menschen an Bahnsteigen die Wartezeit versüßt? Doch nicht nur Kaffee und Bonbons, auch Fahrradschläuche, Tampons, Hundefutter, selbst Klamotten gibt’s aus Automaten. Allzeit bereit, immer für uns da. Dafür ist schon längst ein dickes Dankeschön fällig – oder ein "Moment mal". Wie, die Dinger werden schließlich bezahlt? Wie, gekaufte Liebe? Papperlapapp.