FRAGEN SIE NUR!: Das Hirn passt auch im Schlaf auf

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 02. Juni 2018

Fragen Sie nur

Warum fallen wir nachts nicht aus dem Bett?

Wir rennen im Traum vor Tigern davon, wir verpassen der Partnerin oder dem Partner unsanfte Tritte, wir wälzen uns von einer Seite auf die andere – doch wir fallen nachts nie aus dem Bett. "Schlaf heißt nicht, dass wir komatös sind", sagt Dieter Riemann von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg. "Unser Gehirn ist auch im Schlaf sehr wohl in der Lage, unser Verhalten zu steuern." Die Situation, die wir abends vorfinden, nehmen wir unterbewusst auf: Dieser begrenzte Platz ist für heute Nacht mein Spielraum. Und daran hält sich das Gehirn. Es verhindert selbst im Tiefschlaf ausufernde Bewegungen, die uns gefährlich nah an die Bettkante bringen. Im schlimmsten Fall wachen wir auf, wenn eine Hand oder ein Fuß aus dem Bett hängt. Nicht immer können wir uns daran am nächsten Morgen erinnern. Außer Kraft gesetzt wird die natürliche Anti-Rausfall- Sperre unseres Gehirns wenn wir zu viel Alkohol oder andere berauschende Substanzen zu uns nehmen. Auch bei Kindern gibt es häufiger nächtliche Unfälle. "Das liegt daran, dass diese Fähigkeit erst gelernt wird", sagt Riemann. Bis dahin helfen nur Gitterstäbe oder Matratzen vorm Bett.

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