FRAGEN SIE NUR!: Hauruck ist nicht der Standard

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 04. August 2018

Fragen Sie nur

Wieso hebt man alte Menschen oder Kranke im Bett "auf drei" an?

Für Außenstehende wirkt es nicht gerade behutsam: Werden Patienten im Krankenhaus oder Betagte im Pflegeheim angehoben, geschieht das meist auf Zählkommando. "Die Positionierung von kranken Menschen im Bett oder aus dem Bett, zum Beispiel in einen Sessel, ist sowohl für den Betroffenen als auch den Pflegenden eine Belastung", sagt Johanna Feuchtinger von der Stabsstelle Qualität und Entwicklung in der Pflege am Universitätsklinikum Freiburg. Daher gibt es verschiedene Konzepte, die alle darauf abzielen, den Patienten mit möglichst wenig Belastung neu zu positionieren. Sie heißen rückengerechter Patiententransfer, Kinästhetik oder Bobath-Konzept. Auch Hilfsmittel wie Gleittücher und Rutschbretter werden häufig genutzt. Die Hauruck-Methode ist also keinesfalls Standard. Im Einzelfall, vor allem bei Gefahr im Verzug, könne ein Positionieren mit Hilfe der Absprache "1, 2, 3" allerdings sinnvoll sein, sagt Feuchtinger. "Damit wird für die Helfer gewährleistet, dass sie ihre Kräfte bündeln und gleichzeitig einsetzen, und der kranke Mensch weiß, wann er in Bewegung kommt."

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