FRAGEN SIE NUR!: Jedes Töpfchen hat sein Deckelchen

Henrike Berkefeld

Von Henrike Berkefeld

Sa, 21. April 2018

Fragen Sie nur

Warum haben manche Kochtöpfe ein Loch in ihrem Deckel und andere nicht?

Alle geschlossenen Töpfe müssen dafür gewappnet sein, dass beim Kochen verstärkt Wasserdampf entstehen kann, der entweichen muss. Wie Gereon Broil vom Institut für Landtechnik der Uni Bonn erklärt, schlagen dazu Hersteller verschiedene Wege ein. Einfache, lediglich auf dem Rand aufliegende Deckel erfordern ihm zufolge die geringsten Anpassungen zwischen Topf- und Deckelmaß. "Überschüssiger Wasserdampf entweicht bei diesen Töpfen dort, wo die Ungenauigkeiten in der Passung von Topf und Deckel am größten sind." Dies ist häufig im Griffbereich der Fall, sodass man sich leicht die Finger verbrüht. Anders die teureren Töpfe, so Broil: Diese besäßen eine Kondensationsrille im Rand, der Deckel rage mit seinem umgebördelten Rand in das Topfinnere. "Hier kondensiert der Dampf am Deckel und fließt wieder in den Topf zurück." Der Dampfüberschuss entweicht, indem der Deckel sich leicht anhebt und so ein Spalt entsteht. Bei Glasdeckeln, die schwerer sind, ist ein höherer Innendruck notwendig, um sie anzuheben. "Ein Loch im Glasdeckel erleichtert dann das gezielte Abdampfen."

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