Tipps für die Außengastronomie

MÜNSTERECK: Korrekt unter Kastanien

Frank Thomas Uhrig

Von Frank Thomas Uhrig

Do, 16. August 2018

Freiburg

Böse Fallen lauern überall, sogar im Biergarten. Damit wir uns nicht im Gesetzesgestrüpp verheddern hat nun der Freiburger Anwaltverein dankenswerterweise eine kleine Handreichung für das korrekte Verhalten in der Außengastronomie verschickt, nach deren Lektüre man sich erstaunt fragt, wie man ohne sie bislang unbeschwert unter Kastanien sitzen konnte. Wie es bei eher prosaisch gestrickten Berufen wie der Juristerei zu erwarten ist, steht das Thema Geld an erster Stelle. Hier hat der Anwaltverein Trost für den Gastronomen bereit: Der Gast darf nicht einfach gehen, wenn er seinem Empfinden nach zu lange auf die überlastete Bedienung mit der Rechnung warten musste. Tipp 1: Mindestens eine halbe Stunde Warten und mehrfaches aktives Anfordern der Rechnung berechtigen zum Verlassen des Lokals – wenn man seine Adresse hinterlässt, damit die Rechnung zugeschickt werden kann. Na ja. Tipp 2: Zur Kasse gehen. Super! Ist aber kein echter Geheimtipp. Auch die Inkasso-Formulierung "Bezahlen Sie den Rest?!" muss storniert werden, denn der letzte muss nicht alles zahlen, was am Tisch offen geblieben ist. "Der Kellner schließt mit jedem Gast einen eigenen Kaufvertrag ab. Setzt er alles auf eine Rechnung, kann er am Ende auf offenen Forderungen sitzen bleiben." Kann man das schöner formulieren? Auch der Umgang mit Kind und Zamperl im Biergarten unterliegt – es ist schließlich eine typisch deutsche Veranstaltung – gewissen Regularien. Die sind allerdings relativ einfach. Stichwort Hausrecht: Verbietet der Wirt Kinder oder – was häufiger vorkommt – Hunde, ist es so. Recht des Gastes ist freilich, den Wirt dann auch nicht mehr mit seinen Euroscheinen zu behelligen.