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06. März 2010

GEISTESBLITZE: Die Welt als Tabelle

  1. Dmitri Mendelejew Foto: bz

Dmitri Mendelejew hat es eilig, denn er braucht Geld. Er schreibt so schnell er kann alles auf, was ihm zur "Organischen Chemie" einfällt. Er kennt sie gut, lang genug ist er zu den berühmten Labors seiner Zeit gereist, nach Paris, München, Heidelberg. Doch als er nach St. Petersburg zurückkehrt, ist er pleite und die Universität geschlossen.

Ein Wissenschaftler ohne Geld kann nicht forschen. Also beschließt er, ein Buch zu schreiben, ein Buch so erfolgreich, dass es den renommierten Demidov-Preis gewinnt. Dmitri Mendelejew braucht weniger als vier Monate für ein Lehrbuch der Organischen Chemie. Das ist Rekord. Er gewinnt den Preis.

Ab jetzt forscht er und schreibt Bücher, schneller und besser als jeder andere. Dazu verdingt er sich als Übersetzer. So schnell wie ihn Themen packen, verliert er wieder das Interesse an ihnen.

1865 wird er endlich Professor. Er plant ein Buch über alle bekannten chemischen Elemente. Sein nächstes Buch will er so gliedern, dass es sich schnell schreiben lässt. Da fällt ihm auf, dass sich die chemischen Elemente perfekt nach Atomgewicht ordnen lassen. Lithium hat eine Atommasse von 7, Beryllium von etwas über 9, Bor von 11 und Kohlenstoff von 12. Er guckt sich mehr und mehr Elemente an. Die Masse scheint immer um eins oder zwei zu steigen, es ist fast unheimlich. Ähnliche Elemente schreibt er untereinander. Als er alle Elemente aufgeschrieben hat, sieht er: Es gibt eine exakte Ordnung, die Welt der Elemente ist wie eine Tabelle aufgebaut. Wo es größere Sprünge gibt, da vermutet Mendelejew einfach unentdeckte Elemente – und er hat recht damit. Heute vor 141 Jahren, am 6. März 1869, wird sein Periodensystem der Elemente vor der Russischen Chemischen Gesellschaft vorgestellt. Es ist eine bahnbrechende Entdeckung, ordnet es doch die gesamte Chemie. Unentdeckte Elemente lassen sich vorhersagen. Mendelejew profiliert sich auch noch in einem anderen Fach: In seinem Garten entdeckt er die Vorzüge chemischen Düngers.

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Autor: jjev