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21. Juli 2012

Mungo Park in Afrika

GEISTESBLITZE: Ein Fluss wie die Themse

Vom Ende her gedacht hätten sich die Eroberer der Weltgeschichte viele Reisen sparen können. So auch Mungo Park. Vor 200 Jahren schickte ihn die britische Regierung ins unerforschte Innerste Afrikas. Er sollte den Fluss Niger finden, als Transportroute, um die koloniale Beute aus Afrika abzutransportieren. Park hielt von solchen Gedanken nicht viel. Ihn reizten der Kontinent und vor allem dessen Pflanzenwelt, die bis dahin noch kein Europäer erkundet hatte. Park stammte von einem Bauernhof, war das siebte von 13 Kindern. Er wurde Arzt, doch seine Leidenschaft galt der Botanik. Durch eine Empfehlung wurde er Assistenzarzt an Bord des Ostindienfahrers Worcester. Zu dieser Zeit hatten die Kolonialmächte die Küsten Afrikas erobert, aber das Innere des Kontinents war ein weißer Fleck. Die African Association empfand das "als große Schande für das gegenwärtige Zeitalter" und suchte einen Mutigen, das zu ändern. Park stand bereit. Am 22. Mai 1795 verließ er auf dem Handelsschiff "Endeavour" Portsmouth. Er geriet in Gefangenschaft, verlor all sein Habe. Doch er schlug sich weiter durch. Am 21. Juli 1796, heute vor 216 Jahren, erreichte Mungo Park den Niger: "Als ich nach vorn schaute, sah ich mit unendlicher Freude das großartige Ziel meiner Mission; der lang gesuchte majestätische Niger, glitzernd in der Morgensonne, so breit wie die Themse bei Westminster." Als Handelsroute erwies sich der Fluss mit seinen Stromschnellen aber als ungeeignet. Park wurde widerwillig Landarzt. Doch sein Reisebericht "Travels in the Interior of Africa" war über Jahrhunderte ein Bestseller.

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Autor: jjev


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