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04. Februar 2012
Der erste Neandertalerfund
GEISTESBLITZE: Ein Knochen geht auf Reisen
Manchmal kommt der Erfolg durch eine Reihe von Zufällen. So erging es dem Anthropologen Hermann Schaaffhausen. In der Nähe von Mettmann hatte ein Steinbruchbesitzer ungewöhnliche Knochen gefunden. Sie sahen aus wie die eines Menschen, waren aber kräftiger. Der Mann übergab sie 1856 dem Naturforscher Johann Carl Fuhlrott. Doch der interessierte sich vor allem für Botanik. Deshalb legte er den Fund erstmal beiseite. Erst nachdem er ihn genauer angeschaut hatte, erwachte sein Interesse. Schließlich meinte er, der kräftige Knochen gehöre zu einer neuen Sorte Ur-Mensch. Doch Fuhlrott war Lehrer und hatte nicht die fachliche Autorität, einen solchen Fund zu bewerten. So reiste er nach Bonn, um die Knochen dem angesehenen Anatomen Franz Josef Karl Mayer zu zeigen. Mayer fand Metallablagerungen, so genannte Dendriten, an den Knochen. Das deutete darauf hin, dass Fuhlrotts Fund alt war. Doch weiter kam Mayer nicht mit seiner Untersuchung, er wurde krank. Und überließ seinem Kollegen Hermann Schaaffhausen alles weitere. Der verglich sie mit Funden aus Mecklenburg. Und gab Fuhlrott recht mit der Vermutung, es handle sich um Skelettreste eines unbekannten Urmenschen.Die Knochen, so schreibt er, gehörten "mit Wahrscheinlichkeit ... einem rohen Urvolk, ... welches vor den Germanen das nördliche Europa bewohnt hat." Schaaffhausen beschloss, sich den wissenschaftlichen Ruhm zu sichern. Heute vor 155 Jahren stellte er in der niederrheinischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Bonn erstmals die Funde vor. Er zeigte den Gipsabdruck von Fuhlrotts Knochenfund. Und er nannte den unbekannten Frühmenschen nach dem Fundort: Neandertaler.
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Autor: jjev
