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13. März 2010
GEISTESBLITZE: Eine Rakete für die Post
Reinhold Tiling liebt das Risiko. 1893 als Sohn eines Pastors in Franken geboren, gehört er zu den Ersten, die nach dem Ausbruch des Weltkriegs 1914 einberufen werden. Der 21-Jährige hat gerade mit dem Studium des Maschinenbaus begonnen.Nun beschließt er, seine Technik -Leidenschaft als Soldat zu verfolgen. Im Jahr 1915 meldet er sich zur Luftwaffe. Schnell wird er für seine riskanten Flugmanöver bekannt. Als der Krieg vorbei ist, verdient er sich sein Geld als Kunstflieger. Schon mit 33 Jahren wird er Flugleiter am Flughafen Osnabrück – von nun an steht ihm eine Karriere in geordneten Bahnen bevor. Doch Tiling kann es nicht lassen: Als ihm ein Buch über Raketenbau in die Hände fällt, packt ihn die Erfinderlust. Auf einem Schloss bei Osnabrück beginnt er mit ersten Versuchen. Er will eine Rakete konstruieren, die von Pulver angetrieben wird und die als erste Rakete wieder sicher landen kann. Dafür entwirft er Flügel, die nach dem Ende des Aufstiegs seitlich ausgeklappt werden und einen segelnden Sinkflug ermöglichen sollen. Tiling träumt davon, dass seine Raketen einmal die Post zu den Inseln in der Nordsee transportieren, und eines fernen Tages auch Menschen. Am 13. März 1931 bricht sein großer Tag an: In der Nähe von Berlin startet er zum ersten Mal erfolgreich eine Feststoffrakete. Elf Sekunden bleibt sie in der Luft und steigt bis auf eine Höhe von 1800 Metern. Einen Monat später gelingt auch die erste Landung: Eine mit Postkarten beladene Rakete erreicht intakt wieder den Erdboden. Viel Zeit bleibt dem jungen Ingenieur jedoch nicht, um die Tragweite seiner Erfindung zu begreifen. Im Oktober 1933 gibt es in seiner Werkstatt eine Pulverexplosion. Tiling erliegt seinen Verbrennungen.
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Autor: jom
