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18. August 2012

Die Entdeckung des Heliums

GEISTESBLITZE: Ergiebige Finsternis

Der 18. August 1868 wird von dem Wissenschaftler Norman Lockyer sehnsüchtig erwartet. Bietet doch die angekündigte totale Sonnenfinsternis die Möglichkeit, die gerade entwickelte Technik der Spektroskopie zum ersten Mal ausgereift anzuwenden und eine bisher unsichtbare chemische Verbindung auf der Sonne entdeckbar zu machen. "Helium" hat der Forscher das von ihm prognostizierte Element bereits optimistisch genannt, abgeleitet vom griechischen Wort "heliosa" für Sonne. Um auf die Spur des Heliums zu kommen, hat er sogar den Bau eines Spezial-Spektroskops in Auftrag gegeben. Doch das Instrument wird nicht rechtzeitig fertig, Lockyer verpasst die Finsternis. Sein Kollege Jules Janssen hat nie an die Helium-Geschichte geglaubt, trotzdem reist er mit einer Forschungsgruppe zur Sonnenfinsternis nach Guntur in Indien. Die sechs Fotos, die die Wissenschaftler in den sechs Minuten und 47 Sekunden Dunkelheit schießen, bringen zwar keine neuen Erkenntnisse, dafür aber eine neue Idee: Wenn man das Spektroskop, überlegt sich Janssen, nur auf den Rand der hellen Sonne richten würde, könnte man das Gerät vielleicht auch im Hellen benutzen. Und tatsächlich: Im Spektrum sieht er eine sonderbare gelbe Linie, die nicht von einem bekannten Element stammen kann. Janssen schreibt sofort einen Bericht an die französische Akademie der Wissenschaften. Inzwischen ist auch das Instrument des unglücksseligen Lockyer fertig. Auch er entdeckt im Randstreifen der Sonne die unbekannte Linie. Sein Bericht über die Entdeckung des Heliums an die Akademie trifft nur wenige Minuten nach dem von Janssen ein. Zu spät.

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Autor: jjev


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