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28. Januar 2012
Der Bau des Eiffelturms
GEISTESBLITZE: Monument des Fortschritts
Natürlich ist es ein wahnwitziges Projekt. Aber wieso nicht? Als sich das 19. Jahrhundert in Paris dem Ende zuneigt, blickt Frankreich zurück auf Jahrzehnte voller Wahnwitz. Industrie und Technik haben sich in einem atemberaubenden Tempo entwickelt. Vieles ist möglich, was früher nicht für machbar gehalten wurde. Den Ingenieur Gustave Eiffel, geboren in Dijon und ausgebildet in Paris, fasziniert der Fortschritt schon sein ganzes Leben. Aus Eisen und Stahl konstruiert er Pfeiler für gigantische Brücken. In New York hat er den Bau der Freiheitsstatue beobachtet. Kein Wunder, dass Eiffel sich überzeugen lässt, als zwei Mitarbeiter seines Ingenieurbüros ihm einen beinahe größenwahnsinnigen Plan vorlegen: Einen dreihundert Meter hohen Turm aus Stahl wollen sie bauen, mitten in Paris. Im Jahr 1889 wird dort die Weltausstellung stattfinden, was wäre ein besseres Monument für den Fortschritt als ein riesiger Turm aus Stahl? Gustave Eiffel weiß, dass ein solcher Bau machbar ist. An das Ministerium für Industrie und Handel schickt er einen Entwurf. Unter wütendem Protest von Künstlern und Intellektuellen erhält er den Zuschlag. Am 28. Januar 1887, zwei Jahre vor der Weltausstellung, beginnen die Bauarbeiten. Für die Pfeiler müssen die Arbeiter zunächst das Fundament ausheben. Die Betonsockel werden gegossen, während gleichzeitig in den Werkshallen die Produktion der Stahlteile anläuft. Erst plump und dann immer schlanker erhebt sich der neue Turm in den Pariser Himmel. Je mehr sich die Konstruktion der Vollendung nähert, desto leiser werden die Stimmen der Kritiker. Als die Weltausstellung eröffnet, ist der Turm nicht mehr nur ein Symbol der Industrialisierung – er steht für die ganze Stadt.
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Autor: jom
