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07. April 2012

Martin Graff über die Rettung der Regionalsprachen im Nachbarland

GRENZGÄNGER: Oma Carolines Osterhase

Am vergangenen Sonntag, une semaine vor Ostern, haben die Sprachakrobaten der Republik Demos organisiert.Unter Sprachakrobaten verstehe ich les défenseurs des langues régionales. In Quimper (Bretagne), in Toulouse (Okzitanisch), in Bayonne ( Baskisch), in Ajaccio ( Korsisch), à Perpignan (Katalanisch), à Lille (Flämisch), in der Karibik (Kreolisch) et à Strasbourg (Elsässisch). So unterschiedlich kann auch Frankreich sein. Die Charta des Europarates qui reconnaît les langues et cultures minoritaires hat Frankreich noch nicht unterschrieben. La France befürchtet immer noch die sprachliche Anarchie et n’a pas com-pris la richesse du multilinguisme.

Il est intéressant de connaître die Meinung des candidats à l’élection présidentielle. Vier Kandidaten sind dagegen: Nicolas Sarkozy (UMP – rechts), Jean-Luc Mélanchon ( Front de gauche – links ) Marine le Pen (Front national – rechts) Nicolas Dupont-Aignan (Debout la République – rechts) und Nathalie Arthaud (Lutte ouvrière – links). Quatre candidats sont prêts à signer la charte du Conseil de l’Europe: François Hollande ( Parti socialiste – links) François Baryou (Modem, Zentrum – rechts), Eva Joly ( Les Verts, Europe écologie – links) et Philippe Poutou (NPA, nouveau parti anticapitaliste – links). Wenn man den Prognosen Glauben schenkt ist die Mehrheit der Franzosen dagegen: Sarkozy 30 Prozent. Le Pen 13 Prozent. Mélanchon 15 Prozent. Arthaud 0,50 Prozent – macht 58,5 Prozent. Les candidats pour: Hollande 30 Prozent. Bayrou 13 Prozent. Joly 2 Prozent, Poutou 0,5 Prozent – macht 45,5 Prozent dafür.

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La bataille n’est pas gagnée. "Au secours des langues régionales!", titelt Les Dernières Nouvelles d’Alsace. Hört sich positiv an, "Rettet die Regionalsprachen!" In Wirklichkeit eine semantische Luftblase. Im Januar hat die Zeitung die deutsche Ausgabe gekippt. Das Bildungsministerium in Straßburg tente également de réduire l’enseignement de l’allemand dans les écoles bilingues. Acht statt dreizehn Stunden. Die Sprach-Nationalisten haben nicht aufgegeben. Ils ont peur de l’avenir multilingue de la France.

Was schreibt Umberto Eco in "Schüsse mit Empfangsbescheinigungen"? – "Wenn immer mehr zweisprachige Kinder geboren werden, können wir in dreißig Jahren eine europäische Führungsschicht haben." Ce n’est pas demain la veille, noch ist es nicht so weit. Oma Caroline hat alle acht Kandidaten Ostern nach Soultzeren eingeladen um ihnen Regenbogen, so heißt der König der Hasen auf dem Bauernhof, vorzustellen. Caroline hat es nämlich geschafft, d’élever un lapin multilingue, er spricht nicht nur alle Regionalsprachen Frankreichs, er babbelt auch noch Englisch, Italienisch, Spannisch und sogar Russisch, wenn er genug zu fressen bekommt. Umberto Eco, un ami de longue date de ma grand-mère, wird Regenbogen vorführen. À plus.

Autor: mg