Fragen Sie nur?

Ist Wolle tatsächlich selbstreinigend?

Henrike Berkefeld

Von Henrike Berkefeld

Sa, 12. November 2016

Fragen Sie nur

"Schafwolle hat im Vergleich zu anderen Fasern von Natur aus gute schmutzabweisende Eigenschaften", sagt Karola Schäfer, Projektleiterin am Deutschen Wollforschungsinstitut (DWI) in Aachen, einer Forschungseinrichtung der Leibniz-Gesellschaft, die sich heute mit interaktiven Materialien befasst. Der Aufbau der Wolle und ihre chemischen Eigenschaften erklären aber auch, warum sie nicht mit jedem Schmutz fertig wird: Eine Wollfaser besteht aus dem Faserstamm, Cortex genannt, und der Hülle, der Cuticula. Die Cuticula umgibt den Cortex schuppenartig. "Die Cuticulaschuppen überlappen sich und bieten dadurch dem Faserinneren einen Schutz vor gröberen Fremdkörpern wie Bakterien", sagt Karola Schäfer. "Feinere Schmutzpartikel können jedoch ins Innere der Faser eindringen und sind dann auch nicht so schnell zu entfernen." Weil die Cuticula wasserabweisende Eigenschaften besitzt und nicht elektrostatisch aufladbar ist, können weder Fette oder Öle noch Staubpartikel haften bleiben. Gleichzeitig kann Wolle aber Geruchsstoffe aufnehmen und neutralisieren. Schäfer: "Einige Geruchsstoffe reagieren mit bestimmten Molekülresten in der Faser und werden dadurch abgebaut."

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