Nachschlag

Lauter Rezepte rund um das Ei

Deborah Oefner

Von Deborah Oefner

So, 01. April 2018 um 01:15 Uhr

Gastronomie

Der Sonntag Ganz dem Ei gewidmet ist ein Kochbuch von Luc Hoornaert: "Ei à la carte". Der Schwierigkeitsgrad der Rezepte wird charmant in Eiern gemessen – von eins bis sechs.

Haben Sie schon mal von Ostara, der Göttin der Morgenröte, gehört? Sie besaß, so erzählte man sich, eine Henne, mit der Angewohnheit, ihre Eier zu verstecken. Darüber ärgerte sich die Göttin so sehr, dass sie das Huhn in einen Hasen verwandelte. Der Hase suchte seine Eier und fand sie im Gebüsch. So entstand wohl die Geschichte vom Osterhasen. Auch heute gelten Hase und Huhn als Symbole für neues Leben und Fruchtbarkeit.

Passend zum Osterfest und ganz dem Ei gewidmet ist das Kochbuch von Luc Hoornaert: "Ei à la carte – Vielfältige Rezepte aus aller Welt." So klein und unscheinbar ein Ei scheinen mag, so kann man aus ihm doch einiges mehr zaubern als das altbekannte Rührei. Und das wird beim Durchblättern des "Ei à la carte" sofort deutlich.

Das Repertoire erstreckt sich von Rezepten aus China, Großbritannien und Japan bis hin zu Delikatessen aus Korea, der Türkei und des Iran. Überraschend ist, in fast allen alten Kulturen spielt das Ei eine besondere Rolle und es entpuppt sich als fester Bestandteil vieler Gerichte. Neben Klassikern dürfen Rezepte von Desserts sowie Cocktails ausprobiert werden. Der Schwierigkeitsgrad des Rezeptes wird charmant in Eiern gemessen, von eins bis sechs.

Aber was haben uns die Köche aus verschiedensten Kulturkreisen mit ihren Eiergeschichten zu erzählen? Dieser Frage gehen wunderbare Kreationen nach. Den Rezepten werden anschauliche Texte zur Geschichte der Rezepte vorweggestellt. Zwischen Gerichten wie "Tee-Eiern" oder dem bekannten "100-jährigen Ei", erfährt der Leser, dass in China ein Frühlingsgericht, die sogennanten "Virgin boy eggs" zum nationalen immateriellen Kulturerbe gehört. Zwischen kurzen Porträts ausgewählter Köche finden sich viele Farbfotos.

Sie zeigen Eindrücke der jeweiligen Kultur des Landes sowie von der Zubereitung der beschriebenen Rezepte.

Das Kochbuch ist nach Ländern geordnet, Vegetarier werden ebenso fündig wie Fleischliebhaber. Überraschen lassen kann man sich, was sich aus rohen Eiern zaubern lässt, oder was sich hinter spannenden Namen wie "Onsen-Tamago" oder "Okonomiyaki" aus der japanischen Küche verbirgt. Ob ungewöhnlich klingende Kombinationen wie Rührei mit dem asiatischen Pilz "Judasohr"dem Gaumen bekommt, darf ausprobiert werden.

Dass am Anfang der Welt das Ur-Ei stand, wie aus der alten Kultur Südostasiens vermittelt, daran hat man nach dem Lesen des Buches keine Zweifel mehr.
Luc Hoornaert: Ei á la carte, Sieveking, Verlag, 192 Seiten, 35 Euro