Slow-up Basel-Dreiländereck

MARKTGEFLÜSTER: Langsam genießen

Peter Gerigk

Von Peter Gerigk

Mi, 05. September 2018

Lörrach

Schalten Sie bitte einen Gang runter, entspannen Sie und kurbeln Sie auf einem kleinen Ritzel ihres Fahrrads! Der Slow-up heißt Slow-up, weil er entschleunigen will. Das ist kein Tagesrennen. Es gibt kein rot gepunktetes Trikot für den Bergpreis zu gewinnen und auch kein gelbes für den Gesamtsieger oder Grünes für den besten Sprinter. Der Besenwagen bleibt in der Garage, weil es keine Mindestgeschwindigkeit gibt, sondern eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde empfohlen ist. Es fällt kein Startschuss, jeder kann an jedem beliebigen Punkt in die Strecke einsteigen, und es gibt kein Zielfoto, weil jeder aussteigen kann, wo ihm gerade danach ist, weil ihm der Geruch einer knackigen Bratwurst in die Nase steigt. Daher gibt es auch keine Mindeststrecke zu absolvieren. Wer meint, er müsse beweisen, wie rasant er mit dem Rad unterwegs sein kann und es drauf anlegt, mit 60 Sachen an einem Starenkasten fotografiert zu werden, muss nicht nur ein Knöllchen zahlen, sondern hat den Sinn des Slow-up nicht kapiert. So doof kann man doch gar nicht sein? Anscheinend doch. Und noch doofer: Es soll sogar Leute geben, die am Slow-up im vergangenen Jahr beinahe handgreiflich gegenüber städtischen Mitarbeitern wurden, weil sie mit ihrem Auto nicht durch den Kurs fahren durften.