Autos auf dem Geh-/Radweg

MARKTGEFLÜSTER: Radeln – ein Hindernislauf

Sabine Ehrentreich

Von Sabine Ehrentreich

Mi, 13. Juni 2018

Marktgeflüster

Gestern morgen wieder: Eine Schülerin flitzt flink in Brombach mit dem Fahrrad auf dem dafür vorgesehenen Weg Richtung Stadt. Auf Höhe der Tankstelle weicht sie auf die Straße aus – weil sie es muss. Mal wieder blockieren Autos den Weg, und zwar so, dass ein Fußgänger noch mühsam vorbeikommt, aber kein Fahrrad, kein Kinderwagen, kein Senior mit Rollator. Das ist reichlich rücksichtslos – und leider keine Seltenheit. Im Prinzip ist das Halten und Parken auf einem Rad- oder Gehweg mit einem (moderaten) Bußgeld bewehrt. Doch wenn nicht zufällig gerade ein Streifenwagen vorbeikommt, der nicht in einem dringenden Einsatz ist, bleibt es für den Autofahrer, die Autofahrerin folgenlos. Nicht aber zwingend für den Radfahrer oder andere, die auf die Straße ausweichen müssen. In Köln wurde mal ein Fahrradweg rot gestrichen. Weil irgendwo ein Auto auf dem Weg stand, malten die Arbeiter einfach sauber drumrum. Die so entstandene Lücke von der Länge eines Fahrzeugs wurde später geschlossen. Schade eigentlich. Man hätte sie lassen sollen als gestaltbare Empörungsfläche, am besten mit einem Becher Straßenkreide anbei. Man könnte auch als Radler immer ein Bündel Protestnoten in der Tasche haben, die man bei Bedarf unter den Scheibenwischer klemmen kann. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass sich Autofahrer, die derart rücksichtslos parken, von so etwas beeindrucken lassen.