Leihgabe aus Lörrach

MARKTGEFLÜSTER: Schätze auf Wanderschaft

Sabine Ehrentreich

Von Sabine Ehrentreich

Fr, 20. Juli 2018

Marktgeflüster

Da wandert man angeregt durch die große Trierer Landesausstellung zu Karl Marx, der heuer seinen 200. Geburtstag beginge, wäre er nicht 1883 gestorben, und begegnet unverhofft einem Exponat, das sehr vertraut erscheint. Da hängt jenes Bild, das Gustav Struve am Fenster des alten Lörracher Rathauses zeigt, wie er im September 1848 die auch von Marx ersehnte Republik ausruft, zu Füßen eine Menschenmenge. Das ist doch – richtig: eine Leihgabe aus dem Dreiländermuseum zu Lörrach. Da steht es unter dem Bild. Das Revolutionsjahr 1848 sah Marx im Rheinland und Struve in Baden als Akteure – so kreuzen sich die Wege, und die Sammlung des Dreiländermuseums kommt ins Spiel. Die ist eine Schatzkiste, aus der sich auch andere Museen für ihre Ausstellungen gerne bedienen. Regelmäßig geschieht das, wie auch das Lörracher Haus von anderen Sammlungen immer wieder profitiert. Man stelle sich vor, überall würde der Fundus aufgegeben, weil etwa das Geld dafür fehlt. Ausstellungen wären nicht mehr, was sie waren. Darum ist Lörrach gut beraten, sich um die Sammlung zu kümmern und um das neue Depot, das bald her muss. Die Sammlung trägt den Namen der Stadt schließlich immer wieder auch über die Stadtgrenze hinaus. Zum Beispiel nach Trier.