Vorurteile

LUEGINSLAND: D Hex fahre losse

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Sa, 01. September 2018

Lueginsland

Im Wald zuem Nochberdorf, do geht e Hex um, will dert driwwe so komischi Lit wohne. So het’s immer gheiße. Also hab ich bim Durchfahre durch der Wald immer fescht gluegt un gluegt. Wo isch denn die Hex? Keiner het’s mer sage kinne. Awer s git si, het’s gheiße. Ohni, dass i nur ein Zipfel vun ere erlickert hätt, hab i irgendwenn dran glaubt. In de Schuel, wu d Burscht us minnem Dorf un d Burscht vun hinterm sellem Wald drno zämmekumme sin, hän mir desderwege Abstand ghalte. Ich hab mich hit noch im Ohr: "Ich wott nit newe dere hucke." Wenn ich gnau hingluegt hab, het eins vun de Maidli e Hooke-Nas un e Warzel ghet un so spitzig glacht. Pfui Deibel. Hit weiß ich, dass es Hexe nit git. Awer fahr ich durch seller Wald, kiddert d Hex manchsmol hit immer noch in mir: "Meinsch nit, dass selli doch anderscht sin wie in dinem Dorf? E kleiweng ifältiger, gschuckter, gizziger?" Dass die Schindmärr immer noch im mi’m Hirn umenanderfegt! So e Hex fahre losse, isch grotteschwer.