Da Pabscht un s Vatterunser

LUEGINSLAND: Versuechig un Versuecherli

Markus Manfred Jung

Von Markus Manfred Jung

Sa, 23. Dezember 2017

Kolumnen (Sonstige)

I find s gar nit dumm, dass de Pabscht Franziskus so churz vor Weihnachte, wo mer all die Zuckerbrötli un andre feine Sächeli als Versuechigs-Versuecherli vor de Nase hät, meint, mir Dütsche müeßte unsi Fassig vom Vatterunser verbessre. "Und führe uns nicht in Versuchung" tät jo vorussetze, de Liebgott chönnti grad des ämend mit uns mache: uns in Versuechig führe und drum nooch an d Sünde dra, Völlerei zum Exempel. Un des chan er jo welleweg nit wirkli welle, oder? Gschiiter wäri, so meint de Franz, "und lass uns nicht in Versuchung geraten". Je nu, des klingt aber chaibe unpersönlich. Wo hockt do de Schuldig? Bi eim selber uf em Schoß ämend? Un däbii meint de Pabscht doch, de Verführer zum Böse sig jo nit de Liebgott, suscht wär er jo nümmi lieb, sondern de Teufel sig s.

Jerenei, isch dä doch no in de Welt! I ha gmeint, d Chille hett en uf s Alteteil gschickt un s Bösi täti eifach als Möglichkeit im Mensch drin lige un dä wäri so frei, sell Bösi z wähle – oder s Gueti halt, was mir ehrlich gsait lieber wär.

I ha jo schomool umlehre müeße. In mim Minschtrante-Vatterunser vo anno sellemools hät s no statt "erlöse uns von dem Bösen" ghiße: "erlöse uns von dem Übel". Do han i denkwohl meh afange chönne dämit als mit dem Begriff "das Böse", wo für de Trump gwiß e ganz andri Bedüttig hät als für de Franziskuspabscht, zum Bischpil. Un wo mi Muetter, wenn i mir bim Ummesaue e Plätzab am Chnüü gholt ha, zue mer gsait hät: Jessis Bueb, die Wunde üblet aber au gar zue arg!

Für mi as Chind isch des mit de Versuechig im Vatterunser sowiso ke Problem gsi, Franziskus her oder hi. "Und führe uns nicht in Versuchung" han i voll verschtande, well i all numme bettet ha: "Und führe uns nicht in Versuchrutt". Un Suchrutt han i uf de Tod nit usschtoh chönne, nitemool mit Härdöpfelschtock un Bluet- un Leberwürscht däzue. Also, wo lit s Problem?