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LUEGINSLAND: Zweimol im Johr

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Sa, 19. Januar 2019

Lueginsland

Zweimol im Johr isch mer zue s Bergers zum Wäsch kaufe ins Nochberdorf. Zwei Stapfle nuf. Glastiir uf. Dingdong. D Frau Berger hinterm Trese zue de Muetter: "Guete Tag. Was bruche ner?" Des het si immer gfrogt, au wenn si garnit froge hätt miesse. Zwei Mantelschirz, e besserer fir drinne, e billigerer fir de Stall, e Manchesterhos fir de Vatter, e wulles Hemm fir de Opa, het d Muetter im Spootjohr als kauft. "Hets de Großvater immer noch so an de Lung?" D Frau Berger drillt sich eins ums ander Mol rum zue de Holzfächer, geht d War mit Zeige- und Mittelfinger durch un langt d recht Greeßi rus. Am Schluss legt si e Stoffnastuech fir de Vatter un e Kopftuech fir d Muetter uf d Biigi. Als Driigab. Bim Verpacke in e graus Papier bewegt si stumm ihri Lippe un mir hän Zit, d Frau Berger z muschtere: Ihri graui Welle, akkurat mit Spange nufgsteckt, ihri suferi Fingernägel, ihri wissi Bluse, ihri Brill, wu am e goldige Bändel uf de Bruscht hängt. Si schmeckt nooch frisch badet un Butterkeks. Wenn zahlt isch, holt d si zwei Bredli us de Schublad un langt si nab: "Teils der ii. Wie sait mer?" S Paket derf ich uf beide Händ nussbalanciere. Glaastiir uf. Dingdong. Zwei Stapfle nab. D Bredli bäbbe mer sieß am Guume. Ich frei mich schun uf s Friehjohr.