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15. März 2010

MEDIZINMYTHEN

Sorglos dank Herzcheck?

Man stelle sich vor: Ein Patient bemerkt ein Gefühl in der Herzgegend, ein Zwicken oder ein kurzes Stechen etwa. Er ist verunsichert, fragt sich, ob er an einer gefährlichen Krankheit leidet, und geht zum Arzt. Die Hoffnung: Ein negatives Testresultat würde alle Sorgen aus der Welt schaffen. Wahrscheinlich wäre diese Hoffnung vergebens. Denn bereits 1996 berichteten australische Ärzte im British Medical Journal über australische Patienten in Melbourne, die sich dem Kardiologen zur Abklärung einer Herzkrankheit vorgestellt hatten. Alle 30 Patienten hatten Angst, an einer Herzkrankheit zu leiden – obwohl sie objektiv gar keine Beschwerden hatten. Erwartungsgemäß wurde bei allen eine Herzerkrankung ausgeschlossen, aber nur bei sechs Patienten waren damit alle Bedenken komplett ausgeräumt. 21 Patienten litten seltener, aber immer noch an manifesten Ängsten. Bei drei Patienten hatte der Arztbesuch überhaupt keinen Einfluss. Ein negatives Testresultat allein, so die Autoren, reiche demnach nicht aus, um einem furchtsamen Patienten die Angst vor einer Krankheit zu nehmen. Übrigens war die Intensität der Furcht umso schwächer, je besser die Patienten aufgeklärt worden waren.

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Autor: wo