Medizinwissen

Bekomme ich schneller Schmerzen, wenn ich zu wenig schlafe?

Michael Brendler

Von Michael Brendler

Mi, 29. November 2017 um 18:23 Uhr

Medizinmythen

Wer zu wenig schläft, ist schneller reizbar unf anfälliger für Erkältungen. Aber reagiert er auch empfindlicher auf Schmerzen?

Das zu wenig Schlaf dem menschlichen Wohlbefinden nicht unbedingt gut tut, hat sich inzwischen herumgesprochen. Schlechte Schläfer neigen zu Übergewicht, sind häufiger von Depressionen betroffen und in der Regel auch allgemein reizbarer. Seit einiger Zeit geistert aber noch ein anderer Verdacht durch die Medien: Wer wenig schläft, reagiert auch empfindlicher auf Schmerzen, berichteten zum Beispiel vor sechs Jahren Wissenschaftler in einer Zeitschrift. Deutlich früher und lauter sahen sie Kurzschläfer Aua schreien.  

Zu recht? In der Fachzeitung Pain legten kürzlich US-amerikanische Kollegen einen weiteren Beweis für die Richtigkeit der Theorie vor. Die Schlafforscher hatten 18 gesunde Erwachsene auf zwei Gruppen aufgeteilt und die einen nächtens durchschnittlich neun, die anderen sieben Stunden ruhen lassen.

Anschließend wurde die Schmerzschwelle der Probanden ermittelt, indem man jene bat, den Finger in die Wärmeabstrahlung einer Hitzequelle zu halten, wie die New York Times berichtete. Das Ergebnis: Die Zeit, die die Versuchspersonen der Hitze standhalten konnten, war bei den Kurzschläfern um 25 Prozent verkürzt. Gestörter Schlaf ist eine der Hauptbeschwerden von Menschen, die über akute oder chronische Schmerzen klagen, schlussfolgern Mediziner in einem Report.  Und weiter: "Schlaf und Schmerz interagieren auf komplexe Art und Weise und beeinflussen so  das menschliche Belastungsvermögen."