Medizinwissen

Kann Kaugummikauen den Kiefergelenken schaden?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Mi, 22. November 2017 um 16:02 Uhr

Medizinmythen

Da denkt man ja nichts Böses, wenn einem der Arbeitskollege einen Kaugummi hinhält. Manche behaupten aber, Kaugummikauen könne Arthrose hervorrufen. Stimmt das?

Als Arthrose bezeichnet man eine Verschleißerscheinung von Gelenken, bei der der Knorpel in den Gelenkinnenflächen auf Dauer zerstört wird. In der Folge wird der umgebende Knochen angegriffen. Dies verursacht starke Schmerzen bereits bei kleinen Bewegungen. Gelenke, die häufig belastet werden und auf die große Kräfte einwirken, wie etwa das Hüft- oder Kniegelenk, sind besonders häufig von einer Arthrose betroffen.

Auch im Kiefergelenk kann eine solche Abnutzungserscheinung auftreten. Oft sind Fehlstellungen, Verletzungen, aber auch andauernd starke Belastungen ursächlich. "Unsere Zähne haben in der Regel lediglich 30 Minuten des Tages miteinander tatsächlich Kontakt", erklärt Dr. Alexandra Lange, Oberärztin in der Abteilung für Kieferorthopädie der Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Freiburger Uniklinik. "Den Rest der Zeit befindet sich unser Unterkiefer in der so genannten Ruheschwebe", sagt Lange. Wird nun exzessiv Kaugummi gekaut, werden der Kaumuskulatur diese notwendigen Ruhephasen genommen.

Die Kaumuskulatur und auch die Gelenkflächen des Kiefergelenkes würden dann unnatürlich stark belastet, erklärt die Kieferorthopädin. "Dies kann Schmerzen und Verspannungen verursachen." Liegt bereits eine Vorschädigung im Kiefergelenk vor, sollte man deshalb seinen Kaugummikonsum einschränken. Ansonsten kann dies zur weiteren Abnutzung des Kiefergelenkes und dauerhaft zu einer Arthrose führen. Für Kiefergelenksgesunde kann jedoch Entwarnung gegeben werden: "Bei gesunden Kiefergelenken dürfte mäßiger Konsum zu keinen Problemen führen", so Lange.