Medizinwissen

Schützt Vitamin C vor Erkältungen?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Mo, 25. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

Medizinmythen

Nicht nur Experten empfehlen Vitamin C zum Schutz vor Erkältungen. Mittlerweile enthalten auch Hustenbonbons, Säfte und selbst Softdrinks das vermeintliche Wundermittel.

Tatsächlich ist das auch als Ascorbinsäure bezeichnete Vitamin lebensnotwendig. Allerdings sind seine schützenden Eigenschaften, was Krankheiten angeht, wissenschaftlich alles andere als belegt.

Ein Mangel führt zum Aufbau fehlerhafter Kollagenfasern im Bindegewebe, zu Blutungen, Muskelschwund und vielen anderen Problemen. Dies bekamen in früheren Zeiten vor allem Seeleute zu spüren, wenn sie unter der Extremform dieses Vitaminmangels litten, dem sogenannten Skorbut. Heutzutage sind solche Mangelerscheinungen jedoch eher selten.

In der Regel reicht das über die Nahrung aufgenommene Vitamin C aus, um den täglichen Bedarf zu decken. Darüber hinaus schützt die zusätzliche Einnahme aber nicht vor Erkältungen. Zuletzt zeigte dies eine Analyse von 30 Einzelstudien mit mehr als 11000 Studienteilnehmern durch die Cochrane Library im Jahr 2007. Das Ergebnis: Auch tägliche Vitamin C-Dosen von mehr als 200 Milligramm schützten im Vergleich zu Scheinmedikamenten nicht davor, eine Erkältung zu entwickeln.

Den einzigen positiven Effekt, denn die Forscher feststellen konnten war eine Verkürzung der Länge der jeweiligen Erkältungskrankheit – acht Prozent der Schnupfentage kann einem Erwachsenem demnach das Vitamin ersparen, um 14 Prozent verringert sich die Dauer der Erkältungskrankheit bei einem Kind. Allein bei Leistungssportlern und unter extremen Kältebedingungen könnte die zusätzliche Gabe zudem einen schützenden Effekt haben, resümieren die Autoren. Hinzu kommt, dass Ascorbinsäure zu den wasserlöslichen Vitaminen zählt und ausgeschieden wird, sobald der Bedarf gedeckt ist. Die oft angepriesene Hochdosis-Dauertherapie ergibt allein deswegen schon keinen Sinn.