Medizinwissen

Sport ist Mord – stimmt das?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Mi, 29. November 2017 um 18:20 Uhr

Medizinmythen

Sport ist Mord – das hört man ständig. Ist da was dran? Oder sollte es nicht doch besser heißen: Sport ist gesund?

Tennisarm, Bänderdehnung, Muskelfaserriss und Knochenbruch: Wer sich regelmäßig bewegt, trägt ein größeres Risiko für vielfältige Verletzungen. Dass Sport deswegen aber Mord sei, wie so mancher Bewegungsmuffel gerne behauptet, ist natürlich Quatsch. Denn medizinisch betrachtet schützt Sport eher, als dass er schadet. Bereits 15 Minuten leichtes Ausdauertraining am Tag senken das Risiko für Herz-, Kreislauf- und Krebserkrankungen und die Sterblichkeit um 14 Prozent, berichteten Forscher im renommierten Fachblatt Lancet im vergangenen Jahr in einer Untersuchung an über 40.000 Taiwanesen. Insgesamt schätzen Mediziner, dass sechs Prozent der Verkalkungen der Herzkranzgefäße – der Vorstufe zum Herzinfarkt – sieben Prozent aller Diabeteserkrankungen und zehn Prozent aller Brust- und Darmkrebsfälle auf das Konto von körperlicher Inaktivität gehen, so eine im Juli ebenfalls im Lancet erschienene Studie.

Damit rangiert körperliche Inaktivität auf einer Stufe mit Rauchen. Statistiker schätzen, dass weltweit jährlich 5,3 Millionen Todesfälle durch körperliche Inaktivität verursacht werden. Hingegen versterben geschätzte fünf Millionen Menschen weltweit an den Folgen des Rauchens. Der schützende Effekt von leichter sportlicher Aktivität ist zwar schwer zu beziffern, jedoch gehen Experten davon aus, dass Menschen, die regelmäßig leichten Sport treiben, im Alter bis zu 20 Jahre länger gesund bleiben. Zwar steigt mit der sportlichen Aktivität auch das Risiko von Verletzungen, insgesamt leben sportlich aktive Menschen im Vergleich zu inaktiven im Schnitt und je nach Studie um zwei bis vier Jahre länger, schätzen Experten.