Medizinwissen

Wie entsteht Schluckauf – und was hilft dagegen?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Mi, 22. November 2017 um 12:20 Uhr

Medizinmythen

Woran kann es liegen, wenn der Schluckauf über Stunden nicht weggeht. Was kann man dagegen machen? Hier ein paar Tipps.

"Schluckauf wird häufig durch zu kaltes, zu heißes oder zu scharfes Essen oder Trinken ausgelöst", verrät Professor Cornelius Weiller, Leiter der Neurologie am Universitätsklinikum Freiburg. Der Grund: Derartige Reize können Nerven erregen, die mit den Atemmuskeln in Verbindung stehen. "Sie bringen das Zwerchfell dazu, sich ruckartig zusammenzuziehen und man bekommt Schluckauf", sagt Weiller. Daneben könne plötzlich einsetzender Schluckauf durch eine Vielzahl anderer Ursachen ausgelöst werden: eine akute Dehnung des Magens, hastiges Essen, starke Nervosität oder durch Erkrankungen von Organen, die an das Zwerchfell grenzen, erklärt der Neurologe.

Um Schluckauf zu vermeiden, sollte man also nicht zu heiß, zu kalt oder zu scharf essen und sich für das Essen Zeit nehmen und gründlich kauen. "Wenn trotzdem Schluckauf auftritt, ist es ratsam, bewusst langsam und regelmäßig zu atmen. Auch eine Dehnung des Zwerchfells durch Luftanhalten kann helfen", sagt Weiller. In den meisten Fällen ist ein Schluckauf also harmlos. Vorsicht ist jedoch angebracht, wenn der Schluckauf wiederkehrt und länger andauert. Dann kann der sonst flüchtige Quälgeist Ausdruck einer chronischen Erkrankung sein. Prinzipiell kommen dabei Erkrankungen des zentralen Nervensystems und der Speiseröhre in Frage.

Oft tritt ein Schluckauf auch in Folge der so genannten Refluxerkrankung auf, bei der Betroffene immer wieder sauer aufstoßen müssen, weil Magensäure in die Speiseröhre gelangt. "Bei länger andauerndem Schluckauf sollte man daher unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die möglichen Ursachen abzuklären", rät Weiller.