Medizinwissen

Wird man im Flugzeug schneller betrunken?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Do, 30. November 2017 um 15:08 Uhr

Medizinmythen

Im Flugzeug oder auch im Hochgebirge sollte beim Alkoholkonsum besondere Vorsicht gelten, sagt man. Schließlich entfalte der Alkohol seine Wirkung in großer Höhe wesentlich schneller und der Rausch halte länger an.

Auch um eine Erklärung dafür sind die Verfechter dieser Theorie nicht verlegen: Die niedrigere Sauerstoffkonzentration behindere den Abbau von Alkohol und potenziere damit seine giftige und berauschende Wirkung.

Ein Irrtum, denn bereits im Jahr 1970 gab die US-Flugbehörde FAA eine Studie in Auftrag, die den Titel trug: "Blutalkohol-Konzentrationen und ihre Beeinflussung durch eine Kombination von alkoholischen Getränken und Höhenmetern". Die Untersuchung erschien im Fachblatt "Aerospace Medicine" und verglich den Blutalkohol von Probanden, die entweder auf Meereshöhenniveau getrunken hatten oder bei Bedingungen, wie sie in hohen Flughöhen herrschen.

Das Resultat: Beide Gruppen "litten" in gleicher Weise unter der Droge, sprich: auf die Blutpromille hatten die Höhenmeter keinerlei Einfluss. Auch andere Untersuchungen kamen zu demselben Ergebnis: Die Kombination von Alkohol und Höhenmetern macht nicht schneller besoffen. Gleichwohl: In den Studien zeigte sich auch, dass der Aufenthalt in größeren Höhen müde macht, was wiederum die die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit reduziert – allerdings auch ohne Alkohol.