Lueginsland

Mer lehrt nie us: Vom Ich un vom Mir

Markus Manfred Jung

Von Markus Manfred Jung

Sa, 18. März 2017

Lueginsland

S wird nit eifacher in de Schuel, han i denkt, won i im e Vatter von re Sechstklässleri visavii ghockt bi. Nit für d Schüeler un nit für d Lehrer. S isch nit um d Note gange, die sin guet gsi, aber halt um s Sozialverhalten. Andri fuchsen un triize, uf em Stuehl umme guuge, schwätze, jede Hafechäs kommentire, driibriele, im Mittelpunkt stoh welle un die ewigi Liirete: ich, ich, ich und mir, mir, für mich. Dass do no 29 andri Ichs hocke un fürschi welle, je nu, juckt mich das? De Vatter hät sich miini Sorge nit lang agloost: Ja was machen Sie da? Was haben Sie für ein Konzept? Sie sind doch der Lehrer, hät er mer zwei oder dreimool dütlich gsait. Zum Glück han i nit glii öbbis Glahrtis entwicklet. Er hät nämli gar nit uf e Antwort gwartet un hät mer glii druf gschteckt, dass er in siinre Firma Chef sigi, un wenn s neume nit laufe tät, no mießte siini Untergebene zue ihm choo un er täti si genauso frooge: Was machen Sie da? Was haben Sie für ein Konzept? So in mer din hät sich so notisnoo schon en Antwort bildet gha, aber halt in re ganz andre Sprooch. I hetti verzelle chönne über s Alemannische, wo des Ich zwar au ich heißt oder ii, des Mir aber nebenem mir au wir bedütte cha un mer so statt: des ghört mir au mir ghöre zämme sage chönnti. Un do drüber, dass Lehren un Lernen bi uns nit eso vo obenabe denkt isch, dass es in unsre Sprooch nummen ei Wort däfür git: Lehre, well beedi, Lehrer wie Schüeler, all wider vo Neuem vonenand lehre tüen. D Lehrer lehre un d Schüeler lehre. Aber sag des emool öbbrem, wo kei Alemannisch verschtoht!