Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
06. Februar 2012
MOMENT MAL!: Die Fee in der Teeküche
Von Heidi Ossenberg.
Manchmal möchte sie Mäuschen spielen, sagt eine gute Freundin beim Kaffeeplausch. Mäuschen spielen, das heißt, irgendwo inkognito sein. Die Freundin wäre gern mal bei ihren Kolleginnen und Kollegen zu Hause. In der Küche vorzugsweise oder auch im Bad. Ich komme gar nicht dazu, sie nach dem Warum zu fragen, denn Abscheu und Empörung lassen die Worte nun nur so aus ihr heraussprudeln: Dort würde sie überprüfen wollen, ob es bei den Kolleginnen und Kollegen daheim auch so schmutzig wäre, wie auf dem Klo oder in der Teeküche im Büro. Ach, werfe ich interessiert ein … Niemand, fällt sie mir ins Wort, würde seine Kaffeetasse in die Spülmaschine räumen, das Spülbecken auswischen, aufgeblähte Joghurts oder vergammelte Früchte aus dem Kühlschrank entfernen. Dreck, Überschwemmungen, Schimmel wären die Folge. Auf dem Klo … Ich bremse sie. Schließlich habe ich ein leckeres Stück Kuchen vor mir. Ich schenke ihr noch einen Kaffee nach, stellte sicherheitshalber einen Sherry daneben und schlage vor, sie solle doch mal einen nett-energischen Zettel formulieren und in die Küche hängen. Wenn das nichts nützt, mit dem Betriebsrat drohen. Sie schaut mich mit großen Augen an und schluckt: Aber ich räume doch abends alles immer auf, sagt sie und senkt den Blick. Weil sie es nicht aushält, dass alles so verdreckt. Mhm, aber das mit dem Zettel wäre einen Versuch wert...
Werbung
Autor: hoss
