Studentenleben

MOMENT MAL: In der WG – einst und jetzt

Heidi Ossenberg

Von Heidi Ossenberg

Mo, 20. November 2017

Liebe & Familie

So viel Platz hatten wir nicht. Aber, wow, hier steht ja eine Spülmaschine in der Küche! Kaum bin ich in die WG meiner Patentochter eingetreten, fällt mir meine eigene Studentenzeit ein. Das erste Semester habe ich noch im Wohnheim verbracht – gefühlte vier Quadratmeter groß war meine Bude. Die Gemeinschaftsküche und die Sammelduschen auf dem Gang waren – gruselig! Ab dem zweiten Semester wohnten wir dann zu dritt in einer Drei-Zimmer-Wohnung mit Wohnküche und Innenbad – Luxus! Nur zu dritt waren wir so gut wie nie, schließlich lag unsere WG fast gegenüber der Uni, da kamen viele Kommilitonen gerne mal auf einen Kaffee vorbei. Und blieben häufig, bis die Vorlesung rum war... Zu Doro und André kommt in den drei Tagen, in denen ich da bin, niemand. Einen Festnetzanschluss (bei uns noch mit ganz langer Schnur, damit das Telefon in jedes Zimmer reichte!) gibt’s auch nicht. Dafür verbringen die beiden ab mittags viel Zeit in der Unibibliothek – lernend! Morgens aber schleiche ich mich mit dem Hund ganz still aus dem Haus; sie sitzen nicht schon ab acht am Schreibtisch, wie angekündigt! Bin fast erleichtert – denn das Studentenleben hat sich auch so schon sehr verändert. Abends wird gekocht, ich lächle in mich hinein, als André bemerkt, dass das Besteck nicht reicht. Die Spülmaschine war schon morgens voll – aber anstellen muss man sie halt!