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24. August 2009

Wagenburg-Camp auf Vauban:

MÜNSTERECK: Auch nicht schlimmer

Erst drängten sie sanft die kreuz und quer parkenden Autos zur Seite, dann möblierten sie das Gelände auf und inzwischen hat da ein buntes Plätzchen Form angenommen, wo jahrelang ein hässlich ungestalteter Eingang Bewohner und Besucher empfing. Klug gemacht: Das Wagenburg-Camp mag chaotisch sein, schlimmer als der schlampige Pseudo-Parkplatz der vergangenen Jahre ist es nicht – so jedenfalls die Meinung vieler Vauban-Bewohnerinnen und -Bewohner, die die Eingangssituation ihres Quartiers schon lange störte. Doch sollte man sich nicht täuschen: Auch wenn die Wagenburgkolonie die Gelegenheit ergriffen und sich auf das allgemeine Unbehagen quasi draufgesetzt hat – ein adäquater Platz für eine Wagenburg ist das nicht; das haben die Besetzer ja auch schon erkannt. Und darüber, was hier passenderweise hinkommen sollte, dürften die Meinungen ebenfalls auseinandergehen. Es gibt nämlich nicht "die Bewohner", sondern viele Leute mit durchaus unterschiedlichen Vorstellungen. Was die Besetzer allerdings erreicht haben, ist, Tatsachen zu schaffen: Sollte die Stadtverwaltung das Camp räumen lassen, um eine Bebauung hinzustellen, die nicht gefällt, dürfte die Unterstützung für die Besetzer groß sein. Deshalb tut die Stadtbau als neue Bauherrin gut daran, möglichst viele Stadtteilvertreter in den Planungsprozess einzubeziehen. Das mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten unter einen Hut zu kriegen wird die größte Herausforderung werden.

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Autor: Simone Lutz