Das Handy daheim vergessen?

MÜNSTERECK: Da hilft nur Panzerband

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Fr, 12. Oktober 2018

Kolumnen (Sonstige)

Verloren sitzt der Kollege an seinem Schreibtisch. "Hab’ mein Handy daheim vergessen", murmelt er. Auf dem Fahrrad Richtung Büro hatte er es bemerkt und kurz überlegt, zurückzustrampeln. Doch da war die kritische Distanz schon überschritten, also ließ er Handy Handy sein – und das bereut er jetzt. Grübelt. Wird das Telefon daheim klingeln? Wird die Gattin rangehen? "Irgendwie fühle ich mich schuldig, weil ich nicht zu erreichen bin", sagt er. "So ein Blödsinn." Klar ist es Blödsinn, aber es stimmt: Hast du dein Handy vergessen, bist du abgehängt. Wie viel Uhr ist es? Wegen des Smartphones die Armbanduhr abgelegt? Das rächt sich jetzt. Eine nette kleine Szene beobachtet? Leider keine Kamera dabei. Eine spektakuläre Kürbislasagne mit Knusperkruste gebacken? Kein Foto da zum Angeben. Wann war nochmal der Termin beim Zahnarzt? Der digitale Kalender weiß es, na toll. Und Straßenbahnfahren? Ist ohne das Durchscrollen von Nachrichten einfach nur, naja, Straßenbahnfahren. Wie immer hilft in ausweglosen Situationen das Internet weiter. Wir lesen dem Kollegen vor, was ein Blog gegen Handy-Vergessen rät: "Einfach Panzerband kaufen, Handy ans Ohr halten, verständnisvollen Mitmenschen ums Festtapen bitten, sich freuen. Vor allem im Winter vorteilhaft, hier hilft ein Handy pro Seite gegen kalte Ohren."