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21. Oktober 2009

Kirchliche Umstrukturierungen

MÜNSTERECK: Die Glut droht zu verlöschen

"Die Glut kommt von unten." Dieser Satz spielt in der brasilianischen Befreiungstheologie eine wichtige Rolle: Es sind die Menschen an der Basis, die die Lust an der christlichen Glaubensgemeinschaft entfachen – nicht die kirchlichen Strukturen. Und es ist verräterisch, dass die Oberen in der Bistumsleitung bei ihrem neuesten Vorhaben der Umstrukturierung nicht etwa eine theologische oder geistliche Auseinandersetzung führen. Vielmehr drehen sie am Rad der Strukturen weiter. Als ob sie die Pfarrgemeinden nicht zur Besinnung kommen lassen wollten, denen nach all den vielen verordneten Strukturprozessen und Leitlinien der vergangenen Jahre vor lauter Debatten ohnehin die Luft ausgegangen scheint. Kein Wunder, dass Pfarrer und engagierte Laien meinen: "Das kann nicht gutgehen." Statt den Priestermangel als Grund anzuführen, die bestehenden 328 Seelsorgeeinheiten in der Erzdiözese Freiburg auf 220 zu verringern beziehungsweise zu vergrößern, wäre es endlich an der Zeit, die Zulassung von Laien zu kirchlichen Ämtern voranzubringen, die Vision des Zweiten Vatikanischen Konzils oder eines Karl Rahner von der katholischen Weite und Tiefe neu erstrahlen zu lassen. Wenn erst mal mit den verschwindenden Gemeinden der Auftrag der Kirche – die Nähe zu den Menschen zu deren Segen – nicht mehr erlebbar wird, dann wird auch keine Glut mehr von unten kommen können.

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Autor: Gerhard M. Kirk