Stadionplanung mal anders

MÜNSTERECK: Erleichtert am Pinkelbeet

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Do, 24. Mai 2018

Freiburg

Es gibt sie an Spieltagen auch in Freiburg rund ums Schwarzwaldstadion – die Wildpinkler. Man kann sie an Hecken und in Ecken sehen. Und man kann sie riechen. Wie bringt man Fußballfans zum sozialverträglichen Urinieren? In München gibt es dazu nun ein wissenschaftliches Projekt mit entsprechender Feldforschung. Auf dem Vorplatz der Allianz-Arena in Fröttmaning steht eine Wand, an der sich vor und nach dem Spiel pro zehn Minuten bis zu 50 Mann erleichtern, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Eine Professorin für Baukonstruktion und Bauklimatik hat sich der Sache angenommen und mit Ingenieuren und Naturschutz-Planern Konzepte entwickelt. Hindernisse wie Wände seien bei Wildpinklern deshalb beliebt, weil sie vor neugierigen Blicken ebenso schützen wie vor Gegenwind, auch die Akustik spiele eine Rolle, so die Professorin, die mit ihrem Team etliche solcher Hotspots ausgemacht hat. Die Forscher schlagen nun Gegenmaßnahmen vor: etwa mobile Toiletten, die wie große Pflanzenkübel aussehen. Oder stationäre Pinkelbeete mit Stelen als Sichtschutz. Die Münchner haben nun einige revolutionäre Ideen entwickelt, mit denen die Wildpinkler-Ströme kanalisiert werden sollen. Nun braucht es noch Praxistests. Es gibt da ja Stadien, die gerade in Planung sind.