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05. März 2010
Sprachpapst, bitte helfen Sie!
MÜNSTERECK: Verunsichert im Vorzimmer
Im Freiburger Rathaus, da geht man den Dingen auf den Grund. Selbst in kniffligen grammatikalischen Zweifelsfällen lässt man nicht so leicht locker. So berichtet Sprachpapst Bastian Sick ("Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod") in seiner neuesten Kolumne bei Spiegel online, dass sich ein Mitarbeiter der Freiburger Stadtverwaltung per E-Mail an ihn gewandt habe. Der Freiburger schrieb: Die Vorzimmerdamen in der Stadtverwaltung seien verunsichert, weil sich viele Anrufer lustig machten, wenn sie am Telefon sagten "Der Chef ist auf Termin". Nun, der Sprachpapst freute sich sehr über das schöne Wort "Vorzimmerdamen". Dann glänzte der Fischkopf Sick, in Ratekau bei Lübeck aufgewachsen, mit erstaunlichen Alemannisch-Kenntnissen. Die Damen könnten als Badnerinnen ja auch sagen: "Dä Schef isch nit do" oder "Seller isch gange un kummt hit au nimmi". Was die Sache mit "auf Termin" angeht, kommt Sick zum Ergebnis, dass diese Umschreibung der Abwesenheit des Dienstvorgesetzten umgangssprachlich schon in Ordnung gehe, aber nicht wirklich elegant sei. Der Fall ist erledigt. Wohl einer Stadt und einer Stadtverwaltung, die selbst solche Streitfragen so schnell zu klären vermag.
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Autor: Joachim Röderer
