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13. März 2010
RHEINGEFLÜSTER: Bemerkenswerte Zeichen von Solidarität
Oft hört oder liest man von Gleichgültigkeit, mangelnder Solidarität oder sozialer Kälte, die unsere individualistisch geprägte Gesellschaft angeblich kennzeichnen. Derlei Verallgemeinerungen blenden allerdings meist die Wirklichkeit aus.
Im Fall des 9-jährigen schwerstbehinderten Mädchens Hannah-Sophia Herr aus Oberrotweil zeigt sie, wie groß Hilfs- und Spendenbereitschaft, aber auch Gemeinschaftssinn und Zusammengehörigkeitsgefühl sein können, wenn es darum geht, gegen Behördenentscheidungen anzukämpfen, die von vielen Menschen als ungerecht empfunden werden.
Fast 2500 Euro erbrachte Ende Februar der Flohmarkt, den die Oberrotweiler Landfrauen zur Unterstützung der Familie Herr veranstaltet haben. Deren Tochter benötigt eine Hubplattform als Einstiegshilfe, damit sie im Familien-Kombi mitfahren kann.
Jetzt haben Brigitte Boll und Gabriele Wassiltschenko vom Landfrauenverein an die Familie Herr einen Scheck in Höhe von 2527,88 Euro überreicht. Inzwischen sind nämlich weitere Spenden eingegangen.
Der Flohmarkt zog, wie die Berichterstattung der Badischen Zeitung über den Fall, viel Zuspruch und Anfragen von Menschen nach sich, die spontan der Familie Herr helfen wollen. Es sind Signale sozialer Anteilnahme. Inzwischen hat der Verband "Mobil mit Behinderung" (MMB), der das Anliegen der Familie unterstützt, für Hannah-Sophia Herr ein Spendenkonto eingerichtet: Kontoinhaber: Mobil mit Behinderung e. V., Kontonummer: 8711300, Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 66020500), Stichwort "HANNI". Für eingegangene Spenden werden steuerlich absetzbare Nachweise ausgestellt.
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Die Anschaffung der Hubplattform und die für ihren Gebrauch notwendige Umrüstung des PKW der Familie aus Oberrotweil kosten rund 9000 Euro. Von wem diese letztlich zu bezahlen sein werden, entscheidet das Sozialgericht, bei dem die Klage der Familie Herr gegen den Bescheid des Landratsamtes inzwischen anhängig ist. Mit dem Richterspruch ist jedoch frühestens 2011 zu rechnen. Hannah-Sophia und ihre Eltern brauchen aber die Einstiegshilfe dringend, damit die Familie wieder mobiler sein kann.
Rolf und Simone Herr werden die Anschaffung mit den eingehenden Spenden sobald als möglich realisieren. Sollte das Sozialgericht im Sinne ihrer Klage entscheiden und damit den Sozialträger, das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, zur Finanzierung in die Pflicht nehmen, wollen sie die Spendensumme an Familien mit schwerstbehinderten Kindern weitergeben, die in vergleichbaren Situationen leben.
Autor: Kai Kricheldorff
