Unterm Strich

Schwangere Kuh reist illegal nach Serbien – jetzt soll sie geschlachtet werden

Niklas Arnegger

Von Niklas Arnegger

Sa, 02. Juni 2018 um 17:12 Uhr

Panorama

Unterm Strich: Eine Kuh namens Penka ist ins benachbarte Nicht-EU-Land Serbien gereist. Dort wurde sie entdeckt und zurück nach Bulgarien gebracht. Jetzt soll sie geschlachtet werden – wobei sie ein Kalb erwartet.

Als Kuh bist du eine arme Sau. Die Rede ist hier nicht von den tierischen Milchproduktionsmaschinen in den Hochleistungsställen, die gemolken werden, bis das Euter glüht. Wir reden von einer Kuh, die noch einen Namen haben darf; Penka heißt sie. Allein dies deutet darauf hin, dass ihr Leben nach den im Schöpfungsplan für Rindviecher vorgesehenen Bahnen verläuft, der von denen des Deutschen Bauernverbandes erhebliche Abweichungen aufweist. (Dieser übrigens feierte am Freitag den Internationalen Tag der Milch, samt "Wettmelken mit der hessischen Milchkönigin Sarah I")

Penka ist schwanger – aber das rettet sie trotzdem nicht

Wir aber melken hier nicht Sarah I wett, sondern bleiben bei Penka. Und beweinen sie. Denn es sieht ganz so aus, als gehe das Wiesen- und Weidenwallen dieser bisher so glücklichen Kuh seinem Ende entgegen. Nicht einmal der Umstand, dass sie im sechsten Monat schwanger ist, dürfte sie retten. Auch mag es ihr ein nur geringer Trost sein, dass der sie erwartende Kuhhimmel wahrscheinlich nicht viel anders aussieht als ihre diesseitig gewohnten Weiden in den Bergen des Dorfes Kopilowtsi, auf denen sie ihre Tage bisher wiederkäuend verbrachte.

Illegal Gras gerupft

Aber jetzt zur Sache: Ihrem Pass nach stammt Penka aus dem EU-Land Bulgarien. Nun begab es sich, dass sie, gedankenlos Gras rupfend, ins benachbarte Nicht-EU-Land Serbien geriet. Sie wurde dort entdeckt und zu ihrem Besitzer Iwan Charalampiew zurückgebracht. Und? Dies soll nun Penkas Tod sein.

Zwar bescheinigte ihr der Tierarzt eine gute Gesundheit, doch die bulgarischen Behörden behaupten, die Rückführung widerspreche dem EU-Recht: "Wir setzen nur europäische Regeln um." Auch bedeutet Penkas doppelter illegaler Grenzübertritt vermutlich einen Verstoß gegen irgendeine Leitkuhkultur.

Also? Schlachtung samt Schnitzel und Ossobuco. Ja, Brüssel ist schuld! Es ist dies ja immer ein schönes Argument. Vor allem, wenn der behördliche Menschenverstand nicht mal Penkas Kuhverstand erreicht.