Motivationsspritze

MOMENT MAL: Nicht ohne mein Radio

Sonja Zellmann

Von Sonja Zellmann

Mo, 03. September 2018

Liebe & Familie

Mit einer netten Ablenkung geht die Arbeit leichter von der Hand, zumindest wenn die Aufgabe keine größere Denkleistung erfordert. Spülmaschine ausräumen mit Abba, Bügeln beim "Tatort" oder ein spannendes Hörbuch beim Kochen – und man merkt gar nicht, dass und was man schafft. Auch vielen Handwerkern geht das so, so zumindest die Beobachtung. Ihr wichtigstes Gerät ist nicht etwa der Fliesenmeißel oder die Bohrmaschine, sondern das gute alte Kofferradio – nur echt mit einer Patina aus Farbflecken, Kratzern, Beulen und viiiel Staub. Wenige Schalter funktionieren noch, das Senderwahlrad ist beim Lieblingsprogramm praktisch festgeschweißt und das Gerät kann allein durch Ein- oder Ausstecken des Steckers zum Dudeln oder Schweigen gebracht werden – doch: Nur mit diesem Teil ist friedlich-freudiges Werkeln drin. Läuft das Radio nicht, geht auch sonst nichts. Treffen aber Handwerker aus verschiedenen Betrieben mit unterschiedlichen Lieblingssendern aufeinander, ist erstmal Schluss mit lustig. Es kommt zum Kampf, zum Radio Battle, wie kürzlich auf einer Freiburger Baustelle. Wer hat die besseren Lautsprecher, wer die härteren Nerven? Abwechselnd wird lauter gedreht, bis einer nicht mehr aushält, dass Helene Fischer jetzt von AC/DC begleitet wird – und sich schließlich aufs Programm des anderen eintunt. Ob die Arbeit darunter litt? Die Stimmung schon.