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16. Juni 2012

Stilfrage: Gefühle bitte beiseite lassen

Gibt es eine höfliche Art und Weise, jemanden auszuladen?

Es kommt wie immer drauf an ... Es kommt auf Ihren Status gegenüber dem Gast, der keiner sein soll, an und auf die Personen, die außer ihm gegebenenfalls betroffen sind. Der 19-jährigen Babysitterin werden Sie eher Grenzen setzen können als dem Chef Ihres Mannes. Vielleicht lohnt es sich auf lange Sicht doch, ein Gedeck mehr auf den Tisch zu stellen.
Nun hat sich aber ohne Einladung eine Dame zu einer geschäftlichen Veranstaltung angemeldet. Sie soll keinesfalls dabei sein. Das teilen Sie ihr – um das Ergebnis sichern zu können, mündlich, – mit: "Wir haben von Ihnen eine Anmeldung bekommen, danke dafür. Wir sprechen unsere Einladungen ausschließlich gezielt und persönlich aus, uns liegt jedoch keine Einladung an Sie vor. Daher können wir Ihre Anmeldung nicht annehmen. Wenn Sie erlauben, notieren wir aber Ihre Adresse und schreiben Sie
bei einem geeigneten Anlass an." Nein, das ist nicht leicht. Es ist nicht leicht, Grenzen zu setzen, und auch nicht, auf eine Rechtfertigung zu verzichten ("Wie kommen Sie auf die Idee? Woher hatten Sie den Anmeldebogen?"). Sie haben aber, was Sie wollen, und die Emotionen sind umschifft.

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Wollen Sie jedoch eine bereits ausgesprochene Einladung rückgängig machen, sind mit Sicherheit Emotionen der Grund, zum Beispiel weil die Beziehung zwischen Ihnen und dem unerwünschten Gast beendet ist. Dann wird genau dies das Thema sein müssen: "Du erinnerst Dich sicher, ich lud Dich vor langer Zeit zu meinem Geburtstag ein. Inzwischen ist unsere Freundschaft zu Ende, traurig genug. Somit ist die Grundvoraussetzung für eine gemeinsame Feier nicht mehr gegeben. Ich bitte Dich daher, dem Fest fernzubleiben." Vielleicht machen Sie das dann doch lieber schriftlich, der Emotionen wegen.

Die Autorin ist Kommunikationstrainerin
und lebt in Freiburg.

Autor: Elisabeth Bonneau


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