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04. Februar 2012
ÜBRIGENS: Weitsichtig
Zugegeben, die Jubiläumsfeier für Annerose Lauer in der Grundschule Oberweier war eine kurzweilige Sache – auch wenn sie sich über Eindreiviertelstunden hinzog. Plus Empfang mit kaltem Büfett danach! Wie soll das erst werden, wenn die beliebte Rektorin pensioniert wird? Geht es dann über einen, oder doch über zwei Tage? Christa Klausmann-Weiß, die an der Schule nebenher fotografiert und die Öffentlichkeitsarbeit managt, denkt offenbar schon heute an dieses Ereignis, obwohl das noch einige Jahre entfernt sein dürfte. Beim Fest am gestrigen Freitag fotografierte Klausmann-Weiß eifrig jeden Händedruck und jede Blumenstrauß-Übergabe. Was sie denn mit den ganzen Fotos mache, wollte jemand wissen. "Na, ich brauche ja immer mal Bilder aus der Schule." – Und schob schmunzelnd nach: "Zum Beispiel für die Verabschiedungsfeier..."
Nichts peinlicher, als wenn irgendwo ein Künstler Großes vollbringt und niemand klatscht, weil die Darbietung vielleicht nicht ganz den Publikumsgeschmack getroffen hat. Mindestens genauso bitter ist die Sache, wenn nur ein paar Wenige im Auditorium lustlos zwei, drei Mal in die Hände klatschen und es ansonsten still bleibt. Nicht peinlich aber äußerst schmerzhaft kann es dagegen sein, wenn jemand seiner Begeisterung in überschwänglicher Weise Ausdruck verleihen will. Da wird dann applaudiert, was das Zeug hält. Was heißt hier applaudiert: wie wahnsinnig geklatscht! So laut, dass dem Sitznachbarn nach jeder Nummer schier die Ohren abfallen! Bei der aktuellen Kälte gibt es da eine Lösung: Open-Air-Darbietungen. Handschuhe dämpfen...
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Autor: Bastian Henning
