UNTERM STRICH: Das Kandertal soll sicherer werden

Moritz Lehmann

Von Moritz Lehmann

Do, 06. Dezember 2018

Kolumnen (Sonstige)

Wer überall Gefahren sieht, fürchtet sich auch vor Weihnachtssternen / Von Moritz Lehmann.

Das gefährlichste Tal Südbadens ist bekanntlich das Kandertal. Hinter vorgehaltener Hand wird es auch als Death Valley Baden-Württembergs bezeichnet. Gründe dafür gibt es viele. Der bekannteste: Der Binzener Dreispitz, der bei Verkehrsexperten als Deutschlands gefährlichster Kreisverkehr gilt. Namensgeber ist das mörderische Kunstwerk in der Mitte des Kreisels. Dieses ist so gefährlich, dass das Landratsamt Lörrach schon seit einiger Zeit versucht, es loszuwerden. Bislang aber ohne Erfolg, weil Bürger und Gemeinderat nicht wahrhaben wollen, dass der Dreispitz ein Werk des Teufels ist.

An anderer Stelle hat man in Binzen bereits die Reißleine gezogen, und zwar beim Turn- und Sportverein. Bis vor Kurzem hatten dort einmal jährlich Kinder Altpapier bei Menschen im Ort gesammelt, die Kinder durften dabei auf einem Traktor mitfahren. Das ist natürlich viel zu riskant. Gut, dass die Organisatoren dem ein Ende gesetzt haben, wenn auch zähneknirschend. Denn Grund dafür ist nicht die Erkenntnis, dass diese Traktorfahrten völliger Wahnsinn sind. Sondern die Sorge der Vereinsmitglieder, im Falle eines Falles privat haften zu müssen.

Ein anderes gemeingefährliches Projekt hat, gerade noch rechtzeitig, die Stadt Kandern gestoppt: das Aufhängen von Weihnachtssternen. In einem Anfall von Leichtsinn hatte die städtische Tourist-Info im vergangenen Jahr solche Sterne in Bäume gehängt. Auch damit ist endlich Schluss. Man hat erkannt, dass die Sterne bei Wind herunterfallen können, was auch passiert war. Die Sterne sehen zwar aus, als seien sie aus Pappe. Aber der Schein trügt. Auf Anfrage heißt es, sie bestünden aus einem harten, schweren Material. Es grenzt an ein Wunder, dass vergangenes Weihnachten nichts Schlimmeres passiert ist.

Es wird also etwas getan, Südbadens Death Valley sicherer zu machen. Aber es ist noch ein weiter Weg. Wer bis dahin im Kandertal noch mit dem Gedanken spielt, das Haus zu verlassen, sollte sich gut überlegen: Ist das wirklich nötig?