UNTERM STRICH: Denkmal des ruhmreichen Kampfes

Peter Nonnenmacher

Von Peter Nonnenmacher

Do, 12. April 2018

Kolumnen (Sonstige)

Britische EU-Gegner wollen dem Brexit ein Museum widmen / Von Peter Nonnenmacher.

Kein Jahr mehr bis zum Brexit – und die Brexiteers beginnen, an die Zukunft zu denken. Nicht mit neuen, bestechenden Plänen für die Zukunft des Landes außerhalb der EU. Sondern mit der Idee eines Denkmals für ihre Großtat. Mit einer Stätte, die alles feiert, was zum Brexit geführt hat. Gedacht ist an ein nationales Brexit-Museum. Genauer gesagt: an ein stolzes britisches "Museum der Souveränität".

Auf die Idee gekommen ist eine Gruppe von Brexit-Hardlinern aus dem Umkreis der Unabhängigkeitspartei Ukip. Souvenirs aller Art, wichtige Reden, Zeitungsausschnitte, Krawatten und Aufkleber aus der Brexit-Kampagne sollen gesammelt werden, "bevor die Nation ihrer verlustig geht". Diese Woche sind erste Sammelstellen bekannt gegeben worden. Wenn es im März nächsten Jahres so weit ist mit dem Austritt, soll die Brexit-Geschichte für alle Zeit dokumentiert sein. Nicht nur an die erfolgreiche Brexit-Kampagne von 2016 soll das Museum künftige Generationen erinnern, sondern an die ganze ruhmreiche "Geschichte des Kampfes um Unabhängigkeit", seit Großbritannien 1973 der EWG beitrat. Allein Nigel Farage, Ukips früherer Parteichef, habe bestimmt "15 Jahre Ukip-Geschichte in seiner Garage", meint Ukips Ex-Pressechef Gawain Towler, einer der Urheber der Museums-Idee. Im Übrigen seien auch Pro-EU-Briten willkommen, etwas aus ihrem Erinnerungsschatz beizusteuern. Zum Beispiel fänden die Museumsgründer, dass sich "einer von Ted Heaths Hüten" gut machen würde in der Gedenkstätte. Sir Edward Heath hatte die Briten einst in die EU geführt.

Bisher hat der Aufruf den Initiatoren vor allem Spott eingetragen. Der frühere Vize-Premier Nick Clegg etwa meint, man müsse auf jeden Fall die beiden simultan geschriebenen Kolumnenentwürfe Boris Johnsons vom Frühjahr 2016 nebeneinander an die Wand hängen. Im einen hatte sich der heutige Außenminister für, im anderen gegen den Brexit ausgesprochen, als er sich kurz vorm Votum seiner Überzeugung noch ungewiss war.