UNTERM STRICH: Der Schäferhund war immer da

Heidi Ossenberg

Von Heidi Ossenberg

Mi, 05. September 2018

Kolumnen (Sonstige)

Welcher Hund ist eigentlich gerade in Mode? / Von Heidi Ossenberg.

Gibt es eigentlich Modehunde? Klar, antworten wir – und denken an den langhaarigen Collie, den sich Kinder wünschen, seit sie den treuen "Lassie" im Fernsehen sahen, oder an den lustig gepunkteten Dalmatiner, der nach der Disney-Produktion "101 Dalmatiner" eine Zeitlang in großer Rudelstärke auf unseren Wiesen tollte. Heute sind sie rar. Uns fallen auch Menschen ein, die dafür sorgten, dass bestimmte Rassen in den Fokus gerieten. Loriot ist dafür verantwortlich, dass der Mops es sich auf vielen seidenen Kissen bequem machen durfte; Paris Hilton suchte ihre Vierbeiner danach aus, ob sie in ihre neuste Handtasche passten – der Chihuahua tat ihr den Gefallen.

Obwohl auch der Deutsche Schäferhund schon heldenhafte Hauptrollen in den Medien gespielt hat – etwa als Ermittler "Rex" – kommt man eher nicht auf die Idee, ihn als Modehund zu bezeichnen. Gefühlt war er immer schon da: groß, stark, wachsam, pflichtbewusst – und hoffentlich gut erzogen! Doch um genau diese Rasse könnte man sich Sorgen machen. Denn die Statistik des Verbands für das deutsche Hundewesen (VdH) weist aus, dass sich die Zahl der Schäferhundwelpen in den vergangenen 15 Jahren nahezu halbiert hat. Noch immer, beruhigt die dpa in ihrer Meldung, ist der Schäferhund mit Abstand der Deutschen liebste – und am häufigsten vorkommende – Hunderasse. 10 200 Schäferhundwelpen kamen 2016 in Deutschland auf die Welt, der Dackel, zweitliebster Hund hierzulande, brachte es auf knapp 6000 Nachkommen. Der Dackel? Gab es da nicht mal Meldungen, der eigensinnige Jagdkumpan sei nahezu ausgestorben?

Vermutlich ist es mit den Hunden so, wie auch sonst im Leben: Jede(r) sieht, was sie/er sehen möchte. Für die Verfasserin dieser Zeilen jedenfalls gilt dies sicher: Seit ein 40-Kilo-Rottweiler sie unsanft von den Beinen gerissen hat, sieht sie die mächtigen Wachhunde überall. Ein Blick in die VdH-Statistik freilich könnte beruhigen: Keine Rottweilerwelpenhäufung in Sicht! Uff.