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07. Februar 2012
UNTERM STRICH: Die CDU will Frauen verstehen
Landespartei spürt den Gründen für den Liebesentzug nach / Von Karl-Heinz Fesenmeier.
Die Nachricht schlug gestern ein wie ein Meteorit und ließ kurzzeitig den üblichen Nachrichtenfluss über seine Ufer treten: Die CDU Baden-Württemberg will sich stärker um weibliche Wähler bemühen und deren Sorgen und Nöten auf die Spur kommen. Die klar männlich dominierte CDU denkt dabei nicht an warme Worte oder plumpe Annäherungsversuche, sondern plant ihr Vorhaben – wie ein echter Gigolo – generalstabsmäßig. Immer das Ziel vor Augen, will sie keinen Aufwand scheuen, keinen Versuch unversucht lassen. Hauptsache, es wählen wieder mehr Frauen die CDU.
Bei der jüngsten Landtagswahl, sozusagen auf dem großen Balzplatz der Politik, haben allzu viele Frauen der Partei beinahe ostentativ den Rücken gekehrt: Ihr Liebesentzug brachte der CDU ein schmerzliches Minus von 5,6 Prozentpunkten. So viele konservative Männer und schwäbische Hausfrauen gibt es aber in Baden-Württemberg nicht, um einen solchen Verlust dauerhaft auszugleichen. Um Ursachenforschung zu betreiben, will der CDU-LandesvorsitzendeThomas Strobl – ganz Mann der Tat, denn das imponiert ja Frauen – mit einem knallharten Fragebogen an mehrere Tausend Badenerinnen und Schwäbinnen herantreten. Und zwar spätestens im Herbst, verspricht er.
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Damit ist klar, dass es Strobl nicht um eine fadenscheinige Charmeoffensive geht. Nein, der Mann meint es ernst. "Wir wollen erspüren, was der Grund dafür ist", sagt er. Nicht ergründen oder herausfinden oder gar eruieren. Nein: erspüren! Feinfühliger, einfühlsamer, ja, verständnissuchender hätte das auch ein Frauenbeauftragter der Grünen nicht formulieren können. Herr Strobl, Sie sind auf dem richtigen Weg! Auf dem Weg zum Frauenversteher! Den Aspekt, dass Männer Frauen letztlich nie verstehen werden, wollen wir an dieser Stelle nicht vertiefen. Es ist auch nicht so wichtig, denn Frauen honorieren in der Regel ja schon das meist aussichtslose Bemühen darum. Und das kann man Ihnen, Herr Strobl, nun wirklich bescheinigen. Viel Glück!
Autor: fes
