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01. Februar 2012
UNTERM STRICH: Geiz war gestern
Auch Discounter wollen jetzt ihre Läden schicker machen / Von Alexander Dick.
Mit unserem Spielzeug-Kaufladen war das so: Er sollte immer möglichst edel sein. Die Ware, also die kleinen bunten Schächtelchen, die genauso aussahen wie ihre echten, großen Geschwister, wurde möglichst vorteilhaft präsentiert, und besonders stolz waren wir auf die kleinen Schubladen mit den ornamentierten Griffen. Dann zerstörten die Discounter diese Puppenstubenidylle und fortan mussten wir uns damit abfinden, dass irgendwelche Produkte in irgendwelchen Schachteln auf irgendwelchen Holzregalen zum Kauf feilgeboten wurden, billiger als im Lädele um die Ecke. Geiz wurde geil.
Manche – die Werbung eingeschlossen – sagen, das sei auch heute noch so. Andere wiederum, wie das Kölner Handelsinstitut EHI, wollen eine Trendwende erkennen. Sie machen sie an den immer kürzer werdenden Renovierungszyklen fest. Und daran, dass die Discounter auch verstärkt ihre Läden aufmöbeln wollen.
War da nicht was? Genau. Die Drogeriemarktkette Schlecker, heißt es, musste unter anderem auch deshalb in die Insolvenz gehen, weil gerade das Image ihrer kleinen Märkte auf dem Lande so angekratzt gewesen sei: eng, rumpelig, bieder. Mit einem Wort – billig. Aber offenbar war billig gestern, und Geiz ist schon lang nicht mehr geil. Bei den Discountern scheint die Angst zu kursieren, das Gespenst aus der schwäbischen Drogeriewelt könnte auch bei ihnen umgehen. Deshalb soll der Kunde vom Kumpel wieder zum König befördert werden, bevor dieser die Devise ausgibt: Kauf nicht bei den Schmuddelkindern!
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So einfach, weil mit Kosten verbunden, ist das freilich nicht. Aldi Nord will seine Märkte optisch modernisieren, und auch die Konkurrenten Penny und Netto setzen auf Verschönerung – kaufen soll sinnlich sein und der Blick auf die Wurstregale soll die Fleischeslust nur so herauskitzeln. Einen Haken hat die Sache aber. Bei aller angestrebter Attraktivität der Filialen soll eines unten bleiben: der Preis. Da hatten wir es, zugegebenermaßen, mit unserem Kaufladen doch einfacher.
Autor: adi
