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16. März 2017

UNTERM STRICH: Glückwunsch, Matrans!

Das Wunschkennzeichen kann, muss aber nicht ein Schnäppchen sein / Von Stefan Zahler.

Sicher wissen wir es nicht, wir haben nicht persönlich mit Matrans gesprochen. Es steht aber zu vermuten, dass er oder sie – auch das wissen wir nicht – glücklich ist mit VS-1. Und das zu einem Spottpreis. Schlappe 160 100 Schweizer Franken (159 000 Euro) hat ihn – welche Frau würde für so einen Unsinn so viel Geld ausgeben? – sein neues Autokennzeichen gekostet: VS-1. Besonders gefreut haben dürfte ihn, dass er seinen Widersacher mit dem Nutzernamen AA1960 in der Auktion am Dienstag um 100 Franken ausgestochen hat.

Seien wir ehrlich: Viele von uns haben ihre Initialen auf dem Nummernschild verewigt. Aus Stolz, aus Vergesslichkeit, aus Wichtigtuerei. Warum auch immer. Und es gibt viele Lustige unter uns, die ihr geliebtes Heilix Blechle mit S-EX oder F-UN durch die Gegend kutschieren.

Aber, auch das gehört zur Wahrheit: Dieses Vergnügen ist vergleichsweise billig. Ein Wunschkennzeichen, so es denn nicht vergeben ist, kostet in Deutschland gerade mal 10,20 Euro, für die Online-Reservierung werden noch einmal 2,60 Euro fällig. Das können sich auch Emma (EM-MA) und Fred (FR-ED) leisten.

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Matrans dagegen ist eine andere Hausnummer. Er hat VS-1 nicht bei der Zulassungsstelle im Kanton Wallis reserviert. Matrans hat sein Wunschkennzeichen ersteigert. Schon lange haben die Schweizer Kantone nämlich erkannt, dass Autofans tief in die Tasche greifen für ihr Lieblingsspielzeug. Spitzenreiter in diesem Ranking ist Zürich. 2,5 Millionen Franken spülen die Versteigerungen von Kennzeichen nach einer Meldung der Deutschen Presseagentur Jahr für Jahr in die städtischen Kassen.

Dass Matrans unter den Bekloppten ein Waisenknabe ist, hat übrigens 2008 ein Geschäftsmann in den Vereinigten Arabischen Emiraten bewiesen. Er bezahlte für das Kennzeichen mit der schlichten Nummer "1" zehn Millionen Euro. Uns bleibt vor diesem Hintergrund nur, Matrans zu seinem "Schnäppchen" zu gratulieren. Gut gemacht!

Autor: stz