UNTERM STRICH: Mit Schirm, Charme und Drohne

Sebastian Krüger

Von Sebastian Krüger

Di, 12. Juni 2018

Kolumnen (Sonstige)

Japaner haben einen fliegenden Sonnenschutz entwickelt / Von Sebastian Krüger.

Sonnenbrand ist lästig. Nicht nur beim Duschen, wenn er brennt, sobald warmes Wasser auf die Haut plätschert, sondern auch beim Stadtbummel. Mit knallrotem Nacken wird man als Tourist erkannt oder – noch schlimmer – fälschlicherweise für einen gehalten. Gar für einen Briten. Nicht auszudenken, welche Blöße man sich damit gibt. Schließlich beginnt in ein paar Tagen die Fußball-WM.

Also muss man sich etwas einfallen lassen. Wer keine Lust hat, sich ständig einzucremen und wer dazu neigt, seine ohnehin schweißtreibende Baseballkappe in der nächstbesten, klimatisierten Eisdiele zu vergessen, dem könnte eine bahnbrechende Idee aus Japan helfen.

Tüftler aus Fernost haben einen fliegenden Sonnenschirm gebastelt. Das klingt irrsinnig praktisch. Der Schirm hat eine Spannweite von anderthalb Metern und schwebt drohnenbetrieben über dem Kopf des Nutzers. "Ich habe das entwickelt, weil ich nicht gerne einen Schirm halte", begründet Kenji Suzuki, Firmenchef des verantwortlichen Unternehmens Asahi Power Service seine Idee.

Die aktuelle Version dieses Schirms wiegt leider fünf Kilo und muss alle fünf Minuten aufgeladen werden. Schnell zum Bäcker und wieder zurück – das ist grade noch drin. Beim Public Viewing in der Mittagshitze dürften die genannten Nachteile indes überwiegen.

Doch die Japaner wollen dran bleiben. Eigener Darstellung zufolge arbeiten sie bereits an einem leichteren Modell, das sich länger in der Luft halten können soll. Zielgruppe seien Nutzer, die ihre Hände frei halten müssen wie etwa Golfspieler, heißt es. Oder Fußballfans. Diese brauchen frei Hände, um ihre Idolen auf dem Rasen anzupeitschen oder für andere elementare Dinge wie das Halten von Bierbechern und das Schwenken bunter Fähnchen. Das Interesse an dem schwebenden Hitzeschutz dürfte hierzulande also grundsätzlich vorhanden sein. Bleibt zu hoffen, dass die Japaner demnächst einen Akku liefern, der mindestens 90 Minuten hält.