UNTERM STRICH: Olympisches Düp Düp

Laetitia Bürckholdt

Von Laetitia Bürckholdt

Do, 15. Februar 2018

Kolumnen (Sonstige)

Warum Ballermann-Barde Mickie Krause durch Korea touren will / Von Laetitia Bürckholdt.

Weltklassesport braucht Weltklassesongs, ist doch klar. Was also wäre passender gewesen, als bei der Frauen-Eishockey-Partie der vereinten koreanischen Mannschaft gegen die Schwedinnen den Torjubel mit einem Partykracher zu untermalen, dessen Text "auf absolutem Weltniveau" ist, wie Interpret Mickie Krause selbst singt?

"Alles klärchen am Bärchen, alles klar im BH, alles Rodscha in Kambodscha, alles wunderbar, ich lass den Bimmbamm baumeln" – das wird sonst vor allem auf Mallorca gegrölt. Angeblich auch von Frauen. Da kann es nicht falsch sein, den Song mit der Knallerzeile "Das Höschen klemmt am Döschen" und Beats, die den gemeinen Eishockeyfan sofort von den Sitzen reißen, auch bei Olympia zu spielen. Das dachten sich offensichtlich die weltoffenen Menschen an den Musikanlagen im Gangneung Hockey Centre. So brachte es Krauses Hit zu Olympia.

Die Erklärung, die Organisatoren hätten den Hit mit dem vielsagenden Titel "Düp Düp" für ein schwedisches Lied gehalten und die Schwedinnen mit dem Einspielen des Hits für ihre acht Treffer belohnen wollen, scheint ziemlich unglaubwürdig. Schweden exportiert schließlich Dinge mit Stil – wie Autos von Volvo, Bücher von Astrid Lindgren oder Musik von Abba. Aber das hat sich möglicherweise noch nicht bis ans andere Ende der Welt herumgesprochen. Als deutscher Exportschlager ist vor allem das Oktoberfest bekannt – auch in Südkorea. Man hätte also drauf kommen können, auf wessen Mist dieser Düp-Düp-Mist gewachsen ist.

Noch ist nicht klar, ob hinter dem Einspielen des Liedes nicht der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un steht. Der ist neuerdings ja auf winterolympischem Kuschelkurs und lädt fast jeden, der wichtig genug tut, in sein Reich ein. Oder war es das Management von Ballermann-Barde Krause? Der hat fürs nächste Jahr prompt eine Tournee angekündigt, und zwar durch Süd- und Nordkorea. Das, liebe Koreanerinnen und Koreaner, habt Ihr nun davon!